Von Bagan nach Mandalay 03.01.17

Wir sind pünktlich um 8 Uhr auf und packen nach dem Duschen alles zusammen. Kurz vor 9 Uhr checken wir aus und setzen uns in die Lobby, um auf den Bus zu warten. 15min später kommt einer vom Hotel und möchte das Busticket sehen, ich zeige es ihm. Er meint der Bus wäre schon weg, vor 30min wären die hier gewesen und sind schon weg. Was nun? Wir sollten zu dem Verkäufer gehen… Wir hatten gestern Abend bezahlt und die Angestellten wussten sowohl das wir Bus fahren, als auch in welchem Zimmer wir sind. Warum die uns nicht geholt haben, entzieht sich meinem Verständnis.

Ich brauche nicht weit laufen, aber der Verkäufer ist nicht da. Es stehen mehrere Teller und eine Tasse Kaffee auf dem Tisch. Es steht in der Ecke eine Frau die scheinbar schon länger wartet. Nach zwei Minuten kommt der E-Bike Verleiher und meint ich solle warten. Weitere 5min später kommt er an und ich winke mit dem Busticket wo der Bus ist. Er macht große Augen und meint die müssten uns uns abholen. Sofort nimmt er das Telefon und telefoniert, nach einer Weile meint er ich solle ins Hotel gehen, er würde gleich kommen.

Nach 5min steht er mit einem Auto vor der Tür, wir steigen ein. Da sitzt die Frau von eben und ihr Freund oder Mann. Wir quetschen uns mit hinein. Er fährt uns direkt bis zum Busbahnhof, dort wartet noch unser Bus. Wir bedanken uns und steigen um. Die Fahrt war die kürzeste, aber auch die schlimmste in Bezug auf Straßenverhältnis und Fahrzeug. Der Fahrer brettert mit dem kleinen Bus (kein Minibus) wirklich durch jedes Schlagloch und Bodenwelle. Mirko meint das ist wohl die letzte Fahrt vom Bus. Wir fahren an vielen Dörfern vorbei, leider meist zu schnell. Ich sehe viele schöne Motive für Fotos, aber kann nur ganz wenige einfangen. Unterwegs sehe ich viele Bauern, die in einfachsten Hütten wohnen mit Tieren und ihrer Arbeit mit einfachsten Mitteln nachgehen. Ich kann dieses mal auch endlich eine Aufnahme einfangen, wie der Straßenbau hier funktioniert. Die Landschaft kurz vor Bagan und nun Richtung Mandalay entspricht eher einer Steppe. Es ist alles verdammt trocken und der Bewuchs ist recht karg. Kein Vergleich zum dichten Dschungelbewuchs im Süden bzw in den anderen Teilen von Südostasien. Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Mandalay und 30min später werden wir an unserer Unterkunft raus gelassen.

Nach dem Checkin und kurzem Ausruhen, buche ich für 70.000 Kyats eine Tagestour zu fünf Orten die wir besuchen möchten. Das wird den ganzen Tag gehen und um 8 Uhr starten wir. Wir verlassen die Unterkunft und besuchen drei Tempelanlagen.

Wir laufen zu Fuß erst entlang der großen Mauer des Palastes und als wir die erste große Querstraße erreichen schauen wir kurz in unseren Stadtplan. Ein Einheimischer hält an und fragt was wir suchen. Ich sage Bananen und er meint gleich da hinten rechts ist ein Markt. Wir biegen also nach rechts ab und finden kurze Zeit später einen Supermarkt. Hier ist scheinbar alles neu und steht in keinem nach, was ich aus anderen asiatischen Ländern kenne. Der Supermarkt ist gefüllt mit allem was man sich vorstellen kann. Wir kaufen Chips, Melone, Bananen, Thunfisch, Nashis, Besteck und Bier. Nun laufen wir weiter Richtung Norden zu den Tempeln.

Wir kommen durch viele kleine Gassen an vielen einheimischen Häusern vorbei. Die Bewohner sitzen meist davor und sie lächeln zurück, wenn ich lächle. Hier spielen Kinder Verstecker, da mit Murmeln, dort wird ein Kind von ihrer Mutter auf einem Plastikauto die Straße entlang geschoben. Das wirkt alles recht normal, wären nicht der viele Müll zwischen den Grundstücken und der offene stinkende Kanal direkt neben dem Weg. Scheinbar ist auch irgendwo eine Wasserleitung defekt, hier gibt es eine Quelle…

Als wir bei den Tempeln ankommen, sind wir die einzigen Touristen aus dieser Richtung. Wir müssen wieder ein Ticket kaufen für 10.000 Kyats pro Person, dieses ist 5 Tage gültig für alle Sehenswürdigkeiten rund um Mandalay.

Als erstes schauen wir uns die Shwe Kyaung Monastery an. Dieser Tempel ist komplett auf Holz gebaut und komplett mit Schnitzerein versehen. Ihnen ist es schön, aber das sehen wir erst als wir unsere Taschenlampen zum Einsatz bringen. An den Außenwänden gibt es Figuren, die sich niemals wiederholen sollen.

Danach laufen wir in einen riesigen Saal, die Alumashi Monastry. Die Decke ist sehr hoch und alles mit Holz verkleidet. Es ist wieder sehr dunkel, obwohl Lampen vorhanden sind, sind diese ausgeschalten. Von außen sind lauter kleine Türmchen treppenförmig angeordnet.

Der dritte Tempel protzt mit scheinbar hunderten von kleinen Stupas. Wir können diese nicht zählen, es sind einfach zu viele. Als wir ins Innere laufen, kommt mir eine Frau entgegen. Sie möchte mir das Gesicht auf die typische Myanmar Art bemalen. Ich möchte ablehnen, aber sie meint es kostet kein Geld. Ich lasse sie mein Gesicht anmalen und 5min später ist sie fertig. Es ist in Form eines Blattes jeweils auf beiden Gesichtshälften gemalt. Nun greift sie in ihre Tasche und bietet mir Postkarten an. Es fällt mir schwer aber ich möchte keine Postkarten haben. Es tut mir wirklich leid, aber ich lehne ab. Jede Minute möchte uns jemand Postkarten, Malereien, Webereien, Taxis oder anderen Kram verkaufen. Selbst kleine Kinder kommen mit typischen Kinderzeichnungen an und verlangen Geld. Ich glaube das es für die Leute hier viel Geld ist, aber wir können nicht alles kaufen. Wir kaufen schon ständig und überall etwas, aber auch wir müssen häufig ablehnen.

Als letztes besuchen wir noch den Nachtmarkt. Mirko isst sich bei einer Straßenküche richtig satt und ich staune über die Zustände hier. Während in Thailand Straßen gesperrt werden, auf denen Markt ist, fahren hier Autos und Motorräder weiter zwischen den Ständen herum. Damit man sich das vorstellen kann, eine kurze Erklärung. Direkt in der Mitte der Straße stehen jeweils mit dem Rücken zueinander zwei Stände und natürlich auf dem Fußweg steht einer. Es reiht sich Stand an Stand von Kreuzung zu Kreuzung. Nun fahren zwischen den Ständen in beide Richtungen ständig Fahrzeuge und dazwischen turnen wir und andere Einkaufwillige umher. Schön ist anders.

Traditional Elephant Dance 2.1.17

Nach unserer Ballonfahrt lege ich mich wieder hin und schlafe. Als ich erwache ist später Nachmittag gegen 15 Uhr. Ich brauche etwas um in Gang zu kommen und mich ärgert immer noch mein Magen. Mirko hat sich derweil die Zeit mit anderen Dingen vertrieben. Im Hotel hängt ein Plakat für tanzende Elefanten und heute ist der letzte Tag, das möchten wir uns noch anschauen. Wir verlassen 15min später das Hotelzimmer und gehen zur Rezeption. Hier lassen wir uns ein Taxi rufen und warten 10min bis es eintrifft.

Der Taxifahrer hält ständig an und fragt wo die tanzenden Elefanten sind. Wir erklären ihm noch mal das wir zu dieser Pagode möchten, denn das Plakat besagt das sie dort heute zwischen 15:30 Uhr und 16:30 Uhr auftreten. Nachdem er es endlich verstanden hat, gibt er Gas.

Als wir 15:45 Uhr eintreffen, erkennen wir die Pagode vom Vortag. Hier sind wir schon ganz oben gewesen, er zeigt auf einen Wagen. Der tanzende Elefant ist hier! Danke sage ich und frage wo er warten wird. Er fragt ob wir den Sonnenuntergang anschauen möchten, „nein, nur die Show“. Okay er wird gleich dort auf uns warten.

Wir laufen ein paar Meter und sehen die Elefantenkostüme auf Tischen liegen. Zuerst denke ich, wir sind zu spät und haben es verpasst oder sie führen nur aller 15min etwas auf. Ich packe in Ruhe die Kamera aus und baue das Stativ auf. Direkt in der ersten Reihe platziere ich die Kamera auf meinem Rucksack. Nach 10min warten gegen 16:00 Uhr geht es endlich los.

Jeweils zwei Leute steigen in einen weißen und schwarzen Elefanten. Dazu spielen die Musiker auf ihren recht einfachen Instrumenten. Die beiden drehen und tanzen im Takt der Musik. Es ist unterhaltsamer als gedacht. Teilweise sind richtige akrobatische Leistungen enthalten, wenn beispielsweise der Elefant auf den Vorder- oder Hinterpfoten posiert, muss einer der beiden im Inneren den anderen hochheben. Es wirkt alles recht gut trainiert, einzig die Helfer sehen etwas unmotiviert aus. Am Ende steigt der schwarze Elefant auf drei übereinander gestapelte Holztische. Die Konstruktion sieht wacklig aus, aber ich bin beeindruckt, dass sie sich in ihren Kostümen darauf getrauen. Wir geben ihnen insgesamt 3.000 Kyats, 2 x tausend darf ich mit Sicherheitsnadeln direkt am Elefanten selber befestigen. Die meisten Touristen schauen sich alles an, aber bezahlen nichts.

Der Sonnenuntergang ist bald, es sind hier mittlerweile richtige Menschenmassen. Als wir das Taxi suchen erkennen wir den Platz davor fast nicht wieder. Überall stehen Auto und große Busse und es kommen noch mehr. Nichts wie weg von hier. Es mag zwar schön aussehen, den Sonnenaufgang bzw –untergang anzuschauen, aber bei den vielen Menschen verzichte ich freiwillig darauf. Wir hatten einen sehr schönen Aufgang heute Morgen vom Ballon aus, das reicht uns. Auf der Rückfahrt erzählt uns der Taxifahrer von einem sehr schönen Ort, den man in 1h Taxifahrt erreicht. Leider haben wir dafür keine Zeit mehr, morgen früh um 9 Uhr werden wir Bagan verlassen und den letzten Teil der Myanmar Reise antreten.

Nach unserer Rückkehr gehen wir ins Restaurant auf der Straße. Mirko isst sich richtig satt und ich schreibe den zweiten Tagesbericht. Danach holen wir am Geldautomaten Geld. An der Rezeption treffen wir Bernessa, von heute morgen wieder. Sie möchte wie wir alles bezahlen und ihre Rückfahrt nach morgen klären. Mirko legt 182.000 Kyats auf die Thecke, dass ist ein dickes Bündel Geldscheine. Nachdem wir beide alles geklärt haben, tauschen wir noch kurz unsere Email-Adressen aus. Sie fliegt morgen zurück nach China. Ihr Taxi soll 70 Dollar kosten, aber es ist schon ausgebucht. Sie muss mit dem 5 Uhr Bus fahren, wir wünschen ihr alles gute und gehen in unser Hotelzimmer.

Ballonfahrt über Bagan mit Oriental Ballooning 02.01.17

Ich wache gegen 3 Uhr mit leichter Übelkeit auf. Mein Magen lässt mich immer noch nicht schlafen und ich bleibe bis 4:50 Uhr wach, dann klingelt der Wecker. Überpünktlich um 5:17 Uhr setzen wir uns in die Hotellobby. Mirko sieht mich besorgt an, ob es wohl gehen wird? Ja, geht gerade und muss die nächsten Stunden einfach irgendwie.

5:20 Uhr setzt sich eine Frau auf das Sofa gegenüber und fragt uns 5 min später ob wir auch mit Oriental Ballooning fliegen. Ja, das tun wir. Wir lernen uns im Laufe des Morgens etwas besser kennen. Zufällig landen wir später auch im selben Ballon. Sie kommt aus Australien und wohnt in Shanghai, China. Dort arbeitet sie als Englischlehrerin.

5:50 Uhr fährt ein Minibus vor und wir dürfen einsteigen. Wir fahren ein paar hundert Meter, biegen zwei mal ab und dann geht es über einen Feldweg und durch Gestrüpp bis wir halten. Mit Taschenlampen werden wir begrüßt und uns wird beim Aussteigen geleuchtet. Eine bizarre Kulisse entspannt sich vor uns. Man kann nicht weit sehen, weil es dunkel ist, aber direkt vor uns sind auf einem Feld lauter Tische mit Stühlen aufgebaut. Es sind schon ca. 75% belegt und wir werden gebeten uns zu setzen. Uns wird Kaffe, Tee und Gebäck angeboten. Die Szene wirkt etwas surreal, da im Hintergrund ständig Feuerfontänen in den Himmel steigen. Ich versuche es zu fotografieren, aber leider ist es zu dunkel dafür. Wann sitzt man schon mal früh um 6 Uhr im Dunkeln auf einem Feld mit lauter fremden Leuten und hat Frühstück. Ich möchte nichts Essen oder Trinken, mein Magen fühlt sich nicht gut an. Ich möchte hier nicht sitzen, sondern sofort losfliegen, irgendwas machen, die Spannung steigt unendlich an. Als Mirko auf die Toilette gehen möchte, kommt er sofort wieder. „Die Toiletten sind für 5 min geschlossen“, was immer das bedeuten soll.

Einen Augenblick später stellen sich die Piloten vor. Es sind ausschließlich Ausländer, jeder spricht gutes Englisch. Jeder von ihnen hat eine Namensliste, die laut vorgelesen wird. „here“ rufe ich als ich meinen Namen höre, Mirko tut mir gleich. Wir fliegen heute mit Rick. Uns wird erklärt das wir nun zu unseren Piloten gehen sollen, die uns zu den Balloons führen werden, um uns die Sicherheitsanweisungen zu erklären. Wir folgen ihm und müssen ein mal quer über das Feld laufen. Hier liegen überall riesige Ballons, links von uns sind noch drei Ballons von einer anderen Firma und in etwas weiterer Entfernung ist noch mal ein ganzes Feld voll von ihnen.

Rick kommt aus Australien, fliegt seit 18 Jahren. Er erklärt uns wo und wie wir einsteigen und aussteigen müssen. Was wir bei Start und Landung tun sollen. Nachdem er fertig mit seinen Ausführungen ist, meint er dürfen wir auf Toilette gehen. Da sie jetzt anfangen die Ballonhüllen aufzublasen, verkneife ich mir den Toilettengang.

Ich hatte keine Vorstellung wie groß so ein Ballon ist. Rings um uns herum wachsen langsam die typischen Formen heran. Zuerst werden sie mit Ventilatoren aufgeblasen und als sie groß genug sind wirft Rick die Brenner an. Ich spüre die Hitze und empfinde sie an dem kühlen Morgen als angenehm. Es sind mehr als ich zählen kann, wie die Pilze wachsen nun die Ballons um uns in die Höhe. Wir dürfen einsteigen.

Es dauert eine ganze Weile bis wir abheben dürfen. Ich filme alles mit und als es endlich los geht, müssen wir sitzen, aber die Kamera schaut weiter nach draußen. Wir schweben sanft nach oben und dürfen nun wieder aufstehen. Das Gefühl ist unbeschreiblich, gar nicht wie mit Passagierflugzeugen fliegen. Bis auf die Brennergeräusche ist alles friedlich und still und wir gleiten langsam durch die Luft. Es hat etwas anmutiges an sich, über den Bäumen und Sträuchen zu fliegen. Nach ein paar Minuten geht auch die Sonne auf, perfektes Timing. Mirko und ich fotografieren und filmen was wir können, die Momente möchten wir nicht vergessen. Wir sehen die ersten Stupas und Tempel und der Ballon fängt sich an zu drehen, zu unserem Glück. Nun haben wir freien Blick auf die vielen Pagoden, Tempel, Stupas und wie immer sie alle heißen mögen. Traumhaft, jeden Cent wert, den wir dafür bezahlt haben. Ich bin weiß nicht wohin ich zuerst schauen soll, schon der Anblick der vielen Ballons in der Luft ist irgendwie schön. Teilweise fallen mir nicht die richtigen Worte ein es zu beschreiben. Ich bin wirklich hier und fliege wirklich über Bagan, bitte Gehirn vergiss das niemals. Während ich schreibe bin ich immer noch in Gedanken versunken und spiele Momente wieder und wieder ab. Das Lächeln kommt kurze Zeit nach dem Start und bleibt auch lange Zeit erhalten.

Wir fliegen fast 90 min, bevor wir landen. Während wir über ein Dorf fliegen, rufen uns die Kinder „Happy New Year“ zu, wie süß. Rick meint die Dörfer leben noch wie vor 1.000 Jahren, nur das sie jetzt Strom haben, den allerdings erst letztes Jahr bekommen haben. Kurz vor der Landung werden wir von einem anderen Ballon touchiert. Das Spiel geht ganze 10 min, bevor wir endlich etwas voneinander getrennt sind. Wir müssen uns hinsitzen und dann geht es ganz schnell. Zwei kurze Aufsetzer und wir sind auf dem Boden. Hätte ich fast schlimmer erwartet. Hier sind überall schon Helfer, die den Ballon am Boden halten. Es dauert weitere 10 min bis wir den Korb verlassen dürfen. Rick zeigt uns nun auch wofür die rote Leine da ist, die sollten wir während des Fluges nicht ziehen. Es öffnet sich der komplette obere Bereich und die heiße Luft kann entweichen.

Wir steigen durch Gras und kleine Sträucher zu einer Stelle, an der wieder Stühle und ein paar Tische stehen. Nun gibt es zuerst Orangensaft, dann erzählt einer der Piloten eine Geschichte, wieso es nun Champagner gibt, und die lautete so:

Der erste Ballonflug soll in Frankreich statt gefunden haben und zwar im Auftrag des Königs. Bei der Landung wurde der Pilot aus dem Korb geschleudert und der Ballon ist stiften gegangen. Die Einheimischen hielten den Ballon für einen Eindringling und jagten ihn mit Mistgabeln und versuchten ihn zu töten. Als der Pilot dem Ballon hinterher eilte und sie davon abhalten wollte, hielten sie ihn für einen Außerirdischen und wollten auch ihn töten. Nun wollte er keine Flüge mehr machen, dass wäre viel zu gefährlich, besonders wenn einen die Einheimischen jedes mal angreiffen werden. Der König hatte einen Vorschlag, er gab dem Piloten Champagner mit dem königlichen Siegel darauf. Zu dieser Zeit durfte nur der König Alkohol vergeben und er meinte, wenn die Leute das sehen dann wissen sie, dass du vom König gesandt wurdest.

An der Tradition würden sie bis heute festhalten und nun gab es Champagner für alle. Ich lehnte wegen meines Magens ab, aber stieß mit einem Glas trotzdem mit allen an. Nun setzten sich die Piloten und schrieben per Hand unsere Zertifikate. Aus der Erklärung des Piloten konnte ich heraus hören, dass der Flug wichtig wäre, sollte man selber fliegen wollen. Mittlerweile ist die Bodencrew fertig mit einpacken der Ballons und fährt an uns vorüber und alle winken uns. Wir dürfen nun auch in die wartenden Minibusse einsteigen. Rick und die anderen Piloten verabschieden sich. Ich bedanke mich noch mal für das wundervolle Erlebnis.

Als wir zurück zum Hotel fahren, sehen wir die Busse der Konkurrenz. Die gibt es hier schon viel länger, aber die Busse sehen schäbig aus. Ich bin wirklich froh mit Oriental Ballooning geflogen zu sein. Wir unterhalten uns noch kurz mit unserer neuen Freundin, sie meint unter anderem, dass alle bei uns im Ballon Australier waren, wir sind die einzigen Europäer. Kurz vor 9 Uhr sind wir wieder im Hotel. Der Höhepunkt der Reise ist hinter uns, jetzt können wir erst mal ausspannen.

Erkundungstour rund um Bagan 01.01.2017

Wir schlafen bis 9 Uhr, als der Wecker klingelt. Ich fühle mich schon deutlich besser, aber immer noch recht schwach. Wir packen für den Tagesausflug alles zusammen und gehen zum Motorradverleiher um 10:40 Uhr, der ist gleich neben dem Hotel. Wir müssen kurz warten, bis das Motorrad vorgefahren wird. Obwohl wir 10-11 Uhr ausgemacht hatten, war er der Meinung wir kommen nicht mehr. Wir müssen die restliche Summe von 5.000 Kyats bezahlen. Am gestrigen Abend haben wir bereits 3.000 Kyats angezahlt und dafür auf Nachfrage eine handgeschriebene Quittung bekommen. Vorher hatten wir noch die Busfahrt nach Mandaly für 15.000 Kyats gekauft und dafür eine Quittung bzw Busfahrkarte bekommen auf der 18.000 Kyats steht. Er meinte, dass er Rabatt bekommt und deshalb der Preis weniger ist. Ich frage mich ob er den Rabatt 1:1 an uns weitergegeben hat. Wir fragen ihn heute noch nach einer Fahrradtour mit anschließender Bootsfahrt in den Sonnenuntergang. Dafür zeigen wir ihm einen Flyer, den wir aus dem letzten Hotel haben, dort soll es 60 Dollar kosten. Er meint das wäre viel zu teuer und bietet uns für 15.000 Kyats eine Bootsfahrt an, allerdings ohne Fahrradtour. Wir werden uns das heute noch überlegen und bedanken uns.

Wir fahren mit dem Elektroroller los, raus aus der Stadt Richtung Bagan. Rechts und links tauchen die ersten Stupas auf. „Mirko, machst du Fotos?“ frage ich. Er meint nein, dass könnten wir auch später noch machen. Nein können wir nicht, wir fahren zurück eine andere Route. Also kramen wir beide unsere Kameras heraus und fangen mit fotografieren an. Die erste größere Stupa zieht uns an und wir biegen in einen Feldweg ab. Wir parken und schauen uns genauer um. Als wir die Pagode umlaufen haben, macht mein Magen Kopfstand und ich setze mich. Die anwesenden Burmesen fragen kurze Zeit später ob alles okay sei. Nein mir geht es nicht gut, sie meinen ich solle mich um die Ecke setzen. Als ich aufgestanden bin und in den Schatten laufe, bieten sie mir ihre Matte zum Hinlegen an. Ich lege mich hin und es vergehen ca. 15min bevor es mir langsam besser geht.

Wir laufen ins Innere und schauen uns um. An den Wänden sind uralte Malerein, ich höre die Guides der anderen Touristen etwas von über 800 Jahre alt erzählen. Wir machen einige Fotos und wollen wieder gehen. Am Ausgang sitzt mal wieder ein Verkäufer, er fragt ob es mir besser geht. Ja das tut es und dann zeigt er mir seine Kunstwerke. Aus Sand gefertigte Kunstwerke, die meisten mit Buddah-Motiven. Man kann sie knicken oder falten und trotzdem bleibt alles ganz. Für 30.000 Kyats wechseln zwei Stück den Besitzer. Mir geht es mittlerweile wieder richtig gut und wir fahren weiter.

Beim nächsten Stopp, kommt kurze Zeit später jemand auf dem Fahrrad an. Er fragt woher wir kommen und begrüßt uns dann auf Deutsch. Er hätte Malerein dabei, okay ich schaue sie mir mal an. Eigentlich möchte ich keine weiteren kaufen, aber am Ende erhalte ich drei Kunstwerke für 35.000 Kyats. Wir wollen gerade weiter, da kommt schon der nächste. Er meint die meisten malen alle das gleiche, aber er fotografiert die Motive und malt sie ab. Es stimmt er hat wirklich schöne Motive dabei, aber für heute haben wir genug gekauft. Wir halten noch an vielen weiteren Bauwerken und bis zum Ende des Tages haben wir gefühlt über 100 Tempel, Stupas usw. gesehen. Auf zwei konnten wir nach oben laufen, auch wenn es mittlerweile generell untersagt ist. Von oben hat man eine tolle Aussicht auf die ganze Gegend. Man sieht Beschädigungen an den Bauwerken vom letzten Erdbeben, wirklich sicher fühle ich mich oben nicht. Das letzte große Bauwerk, welches wir besuchen ist von Touristen regelrecht überrannt. Angezogen von den Menschenmassen schauen wir uns um, aber wirklich besondereres finden wir hier nicht. Ganz im Gegenteil, überall ist Tauben und Fledermauskacke, die Wände sind voll damit und natürlich auch der Boden. Es stinkt widerlich und wir verschwinden schnell wieder.

Was ich noch nicht berichtet habe, ist vom vielen Staub. Ja es gibt befestigte Straßen, aber diese werden wie schon geschrieben von Hand erbaut. Sie sind sehr schmall und auf beiden Seiten ist meist Sand. Hier in Bagan gibt es nur zwei große geteerte Straßen, der Rest sind reine Sandpisten. Es sieht wie Nebel aus, aber ist aufgewirbelter Staub bzw Sand. Wir bekommen beim Vorbeifahren von größeren Fahrzeugen wie Bussen ständig Sand in die Augen, in den Mund und auf den Rest des Körpers. Als wir wieder im Hotel sind, dusche ich recht lange und es kommen gefühlt 2cm Dreck herunter. Wir gehen dieses mal in ein Restaurant und ich schreibe den Bericht, während Mirko isst.

Morgen geht es 5:20 Uhr bereits los, zum Ballonflug. Wir sind gespannt und freuen uns darauf.

Busfahrt nach Bagan 31.12.16

Am Abend treffe ich noch mal kurz Clement, den Franzosen. Ich möchte wissen wie sein Tagesausflug nach Saka gelaufen ist. Um 7 Uhr ging es los und man muss 65km weiter fahren, nachdem man das südliche Ende vom Inle See erreicht hat. Gegen 11 Uhr waren sie dort und er war der einzige Tourist dort. Es soll alles etwas kompakter sein und er verspricht mir die Bilder davon zu senden. Clement wird einen Tag später nach Bagan kommen und wir werden versuchen vielleicht uns noch mal zu treffen.

Gegen 3 Uhr Nachts wache ich mit Bauchgrummeln auf, ich drehe mich um und schlafe fast 1h recht unruhig weiter. Ich drinke viel Wasser, da es einfach nicht besser wird. Mirko ist auch wach, ihm geht es auch im Bauch herum. Um 5 Uhr muss ich mich übergeben und habe dazu Durchfall. Kurz vor 7 Uhr klingelt der Wecker, aber ich habe nicht mehr geschlafen. Ziemlich wacklig dusche ich und fange an den Rucksack zu packen. Dann wird es wieder schlimmer und ich muss mich hinlegen. Ein paar Minuten später muss ich erneut auf die Toilette. Ich gebe mittlerweile Mirko Anweisungen zum Zusammenpacken, ihm geht es nicht so schlecht wie mir.

Pünktlich 7:55 Uhr stehen wir an der Rezeption und möchten auschecken. Wir sollen jetzt 136.000 Kyats zahlen, für die Übernachtungen. Ich hatte es im Internet gebucht und mit Kreditkarte abgesichert, aber es stellt sich heraus, dass sie keine Kreditkarten oder anderen Karten nehmen. Wir müssen unser Geld zusammen kratzen und zahlen in Kyats und Euro. Kurz nach 8 Uhr sind wir schuldenfrei und offiziell aus dem Hotel ausgecheckt. Der Bus sollte jetzt eigentlich kommen, aber wir erhalten den Hinweis das es bestimmt noch 15-20min dauern wird. Wir sitzen in der Sonne und warten, nach 25min laufe ich die Straße entlang, zum Laden der uns das Ticket verkauft hat. Die Lady sagt das wir warten sollen, dass kann immer mal länger dauern. Nachdem ich wieder zurück bin, kommt der Bus tatsächlich kurze Zeit später. Er fährt kreuz und quer durch die Stadt und sammelt die Gäste ein. Dann hält er plötzlich und ist für 20min verschwunden. Als er zurück kommt entschuldigt er sich und wir fahren fast eine Stunde später los, als unser Busticket als Startzeitpunkt angibt.

Mir geht es die erste Stunde recht gut, es wird langsam besser und ich versuche immer wieder aus dem fahrenden Bus Fotos zu machen. Wir sehen endlich all die Dinge die wir im Dunkeln nicht gesehen haben. Dabei fallen viele Dinge auf. Es gibt keine Geisterhäuser wie in Thailand, die Stromleitungen sind eher wie in Malaysia aufgeräumt und wirklich überall werden die Grundstücke mit Stacheldraht abgesichert. Wir sehen viele Ochsenkarren und Pferdegespanne, teilweise auf der Straße oder auf den Feldern. Immer wieder passieren wir Baustellen, hier ist noch alles Handarbeit. Die Frauen tragen große Körbe mit Steinen und verstreuen diese auf der zukünftigen Fahrbahn. Die Männer sind auf der anderen Straßenseite und kochen Teer. Wenn er heiß genug ist laufen sie mit den Behältern über die verstreuten Schotter. In den Blechbüchsen sind Löcher im Boden und so tropft bzw läuft der Teer auf die Straße. Danach wird wieder Schotter aufgetragen und erst jetzt kommt eine normale Straßenmaschine eine Walze zum Einsatz.

Nach der ersten Stunde muss ich obwohl ich nichts gedrunken habe, ziemlich dringend auf Toilette. Ich überlege 15min lang ob ich fragen soll ob er anhält oder wann er anhält oder wie ich ihn am besten überzeugen kann, dass es wirklich dringend ist. Da fährt er plötzlich an eine Tankstelle, meine Rettung. Ich darf kurz aussteigen und flitze fix zur Toilette. Wir fahren kurze Zeit später in die Berge und hier muss der Kleinbus ständig enge Kurven fahren und mir wird schlecht. Eine weitere Mitfahrerin verhandelt bei der nächsten Pause sich vorne hin setzen zu dürfen, weil es ihr ebenfalls sehr schlecht geht. Mir geht es die nächsten Stunden recht schlecht, so eine Busfahrt hatte ich noch nie. Nach einem Schluck Wasser geht alles von vorne los, so dass ich aufs Essen und Trinken verzichte. Ich schaffe es ohne weitere Zwischenfälle bis zur anderen Seite, wo die Straße wieder gerade wird. 30min später geht es mir endlich besser, es ist bereits 14 Uhr.

Unterwegs halten wir bei einem Unfall an, ein Fahrzeug ist den steilen Hang hinunter gestürzt. Unser Busfahrer meint, dass wäre sein Freund und er muss nachschauen. Ich sehe aus meiner liegenden Position nur ein paar Stahlseile, die wohl zur Bergung dienen sollen. Ich könnte zwar helfen, fühle mich aber nicht in der Lage dazu. Kurze Zeit später fährt unser Minibus weiter.

Wir kommen gegen 17 Uhr nach 9 Stunden Fahrt endlich in Bagan an und zuerst hält der Minibus beim Busbahnhof. Wir wundern uns, wurden doch die direkten Adressen unserer Hotesl am Anfang der Fahrt erfragt und notiert. Ach alles klar, er kennt den Weg nicht. Es steigt nach ein paar Minuten jemand dazu und navigiert uns durch die Stadt. Bevor wir Bagan erreichen, fährt unser Bus rechts heran und kollidiert mit einem anderen losfahrenden Bus. Wir halten kurz, den Unfall interessiert schon niemanden mehr, und müssen für Bagan wieder Eintritt bezahlen, dass soll 25.000 Kyats pro Person kosten, aber wir haben kein Bargeld mehr. Ein ATM (Geldautomat) gibt es in der Nähe auch nicht, also muss ich meine Ausweisdaten und Hoteldaten da lassen, sie kämme ins Hotel zum kassieren.

Wir werden direkt zum Hotel gefahren. Ich bin froh endlich etwas trinken und essen zu können. Das Hotel ist recht groß, unsere Unterkunft okay. Wir hatten leider nicht mehr viele Optionen offen, als wir gebucht haben. Als wir auspacken fällt mir auf, dass mein Schirm fehlt. Wo ist das Busticket frage ich Mirko? Im Bus! Was wieso? Brauchen wir doch nicht mehr, ich gerate in Panik. Nach mehreren Minuten Diskussion und Suchen finde ich das Busticket doch noch. Ich laufe zur Rezeption und schildere mein Problem. Kurze Zeit später ruft das Unternehmen zurück, sie haben den Schirm gefunden und bringen ihn ins Hotel.

Mirkos Magen braucht Nahrung und wir müssen unsere Geldmittel auffüllen. So suchen wir zuerst einen Geldautomaten aber erst der zweite funktioniert. Nun kaufen wir gleich ein Busticket nach Mandalay für den dritten Januar und Mieten das Elektrobike für morgen. Nachdem wir auch noch ein Hühnercurry für Mirko gefunden haben, geht es zurück ins Hotel. Da liegt mein Regenschirm! Ich bedanke mich mehrfach und wir gehen auf unser Zimmer. Während Mirko isst, schreibe ich kurz diesen Bericht. Ich werde jetzt noch ein paar Stunden schlafen, bis Jahreswechsel ist. Guten Rutsch an Alle!

Der Inle See – eine Bootstour 30.12.16

Der Wecker klingelt 8:00 Uhr, ich bin aber schon seit 7:36 Uhr wach, irgendwie geht es mir im Bauch herum. Nachdem wir geduscht und angezogen sind, geht es mir ein wenig besser. Wir packen alles für den heutigen Tag zusammen und laufen zur Ticketverkäuferin. Dort sitzt ein Einheimischer auf der Bank und ruft sie aus einem Hinterzimmer heran. Sie stellt ihn uns als unseren Bootsführer für heute vor. Wir sollen ihm folgen, was wir tun. In seinen Sandalen läuft er recht schnell durch die Stadt, vorbei an den vielen Menschen die gerade auf der Straße unterwegs sind. Wir biegen in eine kleine Nebenstraße ein und laufen über eine kleine Brücke. Darunter ist ein kleiner Kanal, welcher voll mit Booten ist. Ich hole die Kamera heraus, aber wir sind für ein Foto schon zu weit gelaufen. Wir laufen entlang des Ufers zur Flußmündung. Hier liegt unser Boot angetäut, wir dürfen Platz nehmen. Zwei große Holzstühle mit dicken Polsterkissen, werden unsere heutigen Begleiter sein.

Unser Steuerman stößt das Boot kurz ab und sobald wir auf dem Fluß sind startet er den Motor. Wir düsen über den Fluß Richtung See und sehen die gleichen Häuser vom Vortrag aus einer anderen Perspektive. Mit uns starten viele andere Boote ihre Reise. Ich filme immer wieder und wir fotografieren was wir sehen. Es ist recht frisch und ich ziehe mir eine Jacke über. Als wir den See erreichen, warten da schon Fischer die für Fotos posieren. Ich hoffe das nicht das ganze Tagesprogramm „gestellt“ ist. Wir fahren nun auf den offenen See und das Wetter ist einfach perfekt. Schönster Sonnenschein, blauer Himmel und kein Wind. Leider hängen über den Bergen ein paar Wolken und es ist diesig, die Fotos gelingen nicht. Wir fahren nun 90min bis zum südlichen Ende des Sees. Hier biegt unser Boot von der Hauptverkehrsader ab und fährt in eine Wohnsiedlung. Überall stehen Häuser als Holz und Bambus auf Pfählen im Wasser. Ich sehe Schweine die auf Bambusstangen liegen und da drüben läuft eine Katze über das Dach. Ansonsten sehen wir die Einheimischen bei ihrer täglichen Arbeit. Das ist authentisch, hier leben die Menschen wirklich so. Den Grund kann man sehen, es ist nicht sehr tief. Beindruckend fand ich zwei vielleicht 3-4 Jahre alte Kinder, die auf einem kleinen Boot alleine auf dem Wasser unterwegs waren.

Wir fahren weiter und halten kurze Zeit später bei Silber und Goldhandwerkern. Uns wird erklärt, wo das Erz gewonnen wird und wie sie das Silber aus dem Erz vom Kupfer und den anderen Bestandteilen lösen. Direkt vor uns schmilzt jemand Silber ein und gießt es in Form. Nach kurzem Abkühlen in Wasser wird der Rohling herum gegeben. Ständig legen neue Boote ab und an und bringen weitere Gäste, wir sind also nicht die Einzigen. Direkt im Anschluß wird der Rohling auf einem Amboss mit dem Hammer bearbeitet. Wir werden zu den nächsten Werkbänken geführt. Hier ist alles schon viel filigraner. Uns werden verschiedene Schmuckstücke gezeigt und wir können dabei zuschauen, wie sie gefertigt werden. Wirklich verblüffend fand ich Fische aus Silber, die aus beweglichen Teilen gefertigt waren, deren Schwänze konnte man wie bei echten Fischen bewegen. Uns wird erklärt das alles hier echtes Silber ist und auf den Märkten meist nur Fälschungen aus anderen Materialen angeboten werden. Als nächstes werden wir zu den Verkaufstresen geführt. Für die gute Vorstellung möchte ich Ihnen auch etwas abkaufen. Die meisten Sachen sind viel zu teuer und ich frage nach Ohrringen. Die gibt es nur in drei Motiven und ich entscheide mich für welches zum Stecken. Sie sollen $22 kosten, nach ein wenig verhandeln bekomme ich sie für 25.000 Kyats. Meine letzten Silberschmuck-Ohringe in Deutschland kosteten mich 20 Euro, von daher wollte ich nicht mehr ausgeben. Ich hoffe das die wirklich echt sind.

Wir fahren weiter zum Markt, dieser ist am Rande auf festem Land. Hier gibt es fast alles zu kaufen. Wir essen zu Mittag und sehen uns danach weiter um. Ich hole mir drei weitere Longyis für je 5.000 Kyats das Stück. Weiter kaufen wir Süßigkeiten (Schokolade, sagten die Verkäufer aber es ist keine) ca. 10 Tafeln für 200 Kyats pro Stück, 5 Becher Sonnenblumenkerne für 300 Kyats pro Becher, 1 Becher Kürbiskerne für 800 Kyats und 2 Becher Erdnüsse für 500 Kyats pro Becher. Es ist nun schon später und auf dem Steg wo wir gelandet sind, packen die Verkäufer schon zusammen. Unser Boot und Steuerman warten einsam am Ende auf uns. Wir fahren weiter.

Unserer nächster Stop ist bei Zigarendreherinnen. Uns werden die Zutaten gezeigt und alle Schritte genau erklärt. Wir bekommen auch alles zum Anfassen und riechen in die Hände. Das Angebot die Zigaretten zu probieren, lehnen wir dankend ab. Mir geht es ziemlich plötzlich böse im Bauch herum und ich muss mich an die Seite setzen. Halb an einen der Stützmasten gelehnt vergehen so vielleicht 10min, bevor es mir langsam wieder besser geht. Ich drinke mehrere Liter Wasser und ich fühle mich wieder fit genug für die Weiterreise. Bevor wir aufbrechen, kauft Mirko noch zwei Packungen Zigaretten für 5.000 Kyats pro Packung (Inhalt 20 Stück).

Wir halten nun bei der Hpaung Daw U Pagode, hier sind sehr viele Boote und Menschen. Nachdem wir die vielen Stände begutachtet haben und 4l Wasser gekauft haben, gehen wir ins Innere. Hier stehen fünf Abbilde von Buddah, die allerdings so dick mit Gold beklebt wurden, dass man von der ursprünglichen Form nichts mehr sehen kann. Die Goldblätter dürfen nur von Männern angebracht werden, Frauen müssen auf Abstand bleiben. Ich schicke Mirko mit der GoPro hin, um die emsigen Pilger beim Anbringen zu filmen. Nachdem wir genügend Fotos und Filme gemacht haben, verlassen wir die Pagode, um eine Toilette zu suchen. Wir finden die Toilette aber ich laufe zurück, um meine Schuhe zu holen. Scheinbar ist der Abfluss verstopft oder niemand spült mit Wasser, der Boden und die Toiletten sind nicht sehr sauber. Mit festen Schuhwerk wage ich mich hinein. Bevor wir unsere Fahrt fortsetzen, kaufe ich für 10.000 Kyats an einem Stand noch ein typisches Oberteil, was die Einheimischen tragen. Wie es heißt weiß ich nicht und ob ich es wirklich anziehe weiß ich noch nicht, in Ermangelung eines Spiegels entschließe ich mich auf Grundlage von Mirkos Aussage es sieht schick aus zum Kauf.

Der nächste Halt bringt uns zu den Webern. Hier sehen wir wie aus Lotuspflanzen, Lotusgarn entsteht. Es wird wieder viel erklärt, ich frage wie lange es gedauert hat die Spulle vor uns zu füllen und bekomme als Antwort 10 Tage. Es stehen hier überall altertümlich anmutende Geräte herum. Wir werden zu den Webstühlen geführt, an der Hälfte arbeiten tatsächlich Frauen und weben wirklich verschiedenste Muster und Stoffe zu Schalen, Longyis und ähnlichen Produkten. Uns wird erklärt das Lotus am teuersten ist, ein mehrfaches von Seide. Sie mischen teilweise Seide, Baumwolle und Lotus miteinander, um die Materialeigenschaften der Produkte zu verändern. Es fühlt sich auch wirklich anders an, ob man Lotus mit Seide oder Baumwolle und Seide verwebt. Anschließend werden die fertig gewebten Sachen gefärbt, heute allerdings nicht, es wird nur an bestimmten Tagen gefärbt. Wir dürfen uns im Laden umschauen. Hier gibt es gefühlt 10 Millionen Muster und Farben. Der seidene Schal soll 20 Dollar kosten, aber dafür habe ich nicht wirklich Verwendung und ich möchte nichts kaufen, was ich nicht brauche. Am Ende kaufe ich mir für 8.000 Kyats einen Haargummi aus Seide, den werde ich ganz bestimmt benutzen.

Wir fahren weiter zum Kloster, aber ich gebe unserem Steuermann zu verstehen, dass wir die schwimmenden Gärten näher betrachten möchten. Er macht einen kurzen Abstecher und fährt uns direkt hinein. Ich kann die Gärten nun aus nächster Nähe betrachten und auch anfassen. Das ist doch normaler Boden hier, ist das nur aufgeschüttet frage ich mich. Ich halte etwas Erde in meiner Hand hoch und er zeigt mir mit einem Stab das darunter wirklich nur Wasser ist. Scheinbar sind die schwimmenden Teile der Konstruktion knapp unter der Wasseroberfläche. Für eine Aufnahme unter Wasser ist es hier zu dreckig. Ich hätte gern das ganze von unten noch gesehen. Nun machen wir noch ein paar Fotos und ich darf mir die Tomaten von der Pflanze pflücken. Wirklich lecker so eine Tomate im Dezember, die auf dem offenen Wasser gewachsen ist.

Beim Kloster kommen wir gar nicht erst zu Buddah und den Mönchen. Die Verkäuferinnen umschwärmen uns und ich bin immer noch auf der Suche nach neuen T-Shirts bzw schönen Tops für mich. Das scheinen sie zu riechen und wir werden sie ewig nicht los. Mirko kauft sich ein weiteres T-Shirt für 6.000 Kyats und ich eine weiße Bluse für 9.000 Kyats. Nun rennen wir fast an den weiteren Verkäufern vorbei, um nicht wieder angehalten zu werden. Hier sind viele Mönche und viele verzierte Schreine mit Buddahfiguren. Wir machen Fotos und gehen nach ein paar Minuten zurück zum Boot.

Unser letzter Stopp ist bei den Longneck-Frauen. Wir halten wieder an einem kurzen kleinen Steg und steigen aus. Wir werden in ein Haus geführt, wo der typische Touristennippes herumliegt. Ich sehe einen Behälter für Reis, der soll 85 Dollar kosten. Ich möchte nicht, aber die Verkäufern gibt nicht auf „Discount“ „Say Price“ … ich sage das ich nicht mehr als 10 oder 20 Dollar ausgeben möchte. Sie meint sie hat keinen Gewinn und das wäre viel zu billig. Ich gebe zu verstehen, dass ich das nachvollziehen kann und das es einfach ein viel zu teuerer Gegenstand ist. Ich sehe etwas und frage was das ist. Sie klappt es auf und erklärt das dies ein Buddahkalender ist. Kostet auch nur 60 Dollar, der winzig kleine soll nur 20 Dollar kosten. Das ist uns alles zu teuer und wir lehnen dankend ab. Sie lässt nicht locker und wir sagen einfach immer nur danke und lächeln dabei. Irgendwann gibt sie auf und wir gehen in die letzte Ecke und da sitzen doch tatsächlich drei Frauen mit den typischen Longneck Ringen um den Hals und weben jeweils an einem Schal. Die Verkäuferin meint wir sollten einen kaufen, ich sage das ich schon einen besitze. Woher wir den haben, ich antworte aus Thailand. Das hier wären andere und … ich höre nicht mehr zu, sondern sehe den Frauen bei der Arbeit zu. Nach ein paar Minuten legen wir ihnen 500 Kyats in den Spendentopf, dass kommt uns sinnvoller vor, als die überteuerten Produkte zu kaufen. Wir dürfen mit ihnen noch Fotos machen, aber mittlerweile sind so viele andere Gäste da, dass wir uns entschließen zu gehen.

Unser nächstes Ziel ist der Ausgangspunkt, allerdings ist unser Steuermann so nett und hält bei den Fischern unterwegs immer an, damit wir Bilder machen können. Mit vielen Bildern, 2h Filmaufnahmen und einem tollen Tag mit vielen Eindrücken kommen wir wieder am Beginn unserer heutigen Reise an. Die Sonne ist gerade am untergehen, wir schlendern zurück in unsere Unterkunft. Ein gelungener Ausflug, wirklich schöner Tag.

 

Am Inle See 29.12.16

Wir schlafen bis 12:30Uhr und fühlen uns nach den 5h trotzdem nicht erholt. Nach den üblichen Hygenieritualen und endlich genügend Wassergenuß machen wir uns auf den Weg. Wir haben nur zwei Ziele auf der Liste, Bootstour für morgen organisieren und Busfahrt nach Bagan während des Tages.

Wir laufen nur wenige Meter und gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite ist der erste Reiseladen. Bustickets haben sie, es dauert allerdings 20min bis wir endlich eines in den Händen halten. Der JJ Express fährt nur Nachts, den wollen wir nicht. Die Alternative fährt nach kurzem Telefonat am 31.12. wohl doch nicht. Es wird also ein Minibus, wie wir sie aus Thailand kennen. Ob das gänge, wir müssen zwei mal bejahen, bevor sie den Kauf für 36.000 Kyats für zwei Personen in die Wege leitet. Dazwischen ruft sie mal mit ihren drei Telefonen Jemanden an oder erhält einen Rückruf. Wir werden immer wieder gebeten, „Please wait“. Keine Sorge wir laufen nicht weg, für eine Tagfahrt nehmen wir alles in Kauf. Bei den engen Bergstraßen ist mir ein kleiner Bus auch lieber, bei dem Großen musste ich mehrfach wegschauen. Während wir warten lese ich ihr Schild und sehe „Bicycle for rent“, aber ich sehe keine Fahrräder. Also frage ich und fünf Minuten später stehen plötzlich drei Fahrräder hinter mir. 1.500 Kyats bezahlen wir pro Fahrrad pro Tag. Die Bustickets sind noch nicht da und ich frage was das für weiße Scheiben auf dem Tisch wären. Sie meint wir könnten mal probieren, das wäre nur Reismehl mit Salz. Kann man essen, aber ich möchte wissen ob man etwas darauf isst. Nun bringt sie einen Topf mit Nudeln. Es wären Reisnudeln, ein Reisnudelsalat. Wir probieren und es ist wirklich lecker. Sie bieten uns auch Tee an und wir nehmen dankend an. Ich frage wo es das gibt und sie meint sie kauft es für uns am Markt und wir können es gegen 16 Uhr abholen. Wir überreichen ihr 1.000 Kyats und verabschieden uns auf unseren Fahrrädern. Zwischenzeitlich haben wir auch die Bustickets erhalten. Boottouren verkauft sie leider nicht.

Wir fahren nur wenige Meter weiter und hier gibt es den nächsten Shop mit Touren, Tickets usw. Wir halten an und können für den nächsten Tag eine ca. 6h Bootstour für 15.000 Kyats erwerben. Der Morgenmarkt wäre gegen 7 Uhr, wir möchten nicht so zeitig aufstehen und entscheiden uns für 9 Uhr. Etwas worauf ich mich wirklich freue, wir werden morgen sehen ob es das richtige war.

Wir radeln bis zum Ende der kleinen Stadt, ich würde es fast noch als Dorf bezeichnen. Hier begeben wir uns auf die Suche nach einem Geocache. Dieser führt uns zu einem alten Tempel und zwei Mönchen. Diese leben hier und sind froh über Besucher. Wir ziehen die Schuhe aus und steigen die Treppe empor. Hier werden wir von dem Mönch begrüßt, nachdem wir seine Frage woher wir kommen mit Germany beanworten, sogar in Deutsch. Wir sollen uns setzen und er bietet uns Essen an. Ein anderer Tourist ist bereits da und macht viele Bilder von dem Mönch. Wir unterhalten uns kurz, er kommt aus Frankreich. Wir werden fast alle gleichzeitig von Mücken gestochen, ich biete ihm Mückenspray an, aber er lehnt ab. Nachdem er gegangen ist, erzählt uns der Mönch von den vielen deutschen Besuchern, zeigt stolz Bücher in Deutsch und führt uns herum. Der Tempel soll über 120 Jahre alt sein. Es ist alles aus Holz und manche Ecke hat schon mal bessere Tage erlebt. Ich fühle mich etwas seltsam, dass wir von dem Mönchen Essen bekommen, normal ist es eigentlich anders herum. Das Wort Blessing bzw Segen versteht er nicht, aber mit Händen und Füßen machen wir uns verständlich. Ja, er segnet Leute und ich lasse mich segnen.

Wir fahren weiter mit dem Fahrrad und sehen alte Häuser, neue Häuser, welche aus Bambus oder Holz, sehen die vielen Boote kommen und gehen. Wir finden weitere Tempel und auch ein paar alte Ruinen aus der Angkor Zeit. Die Landschaft ist schön, ringsherum sind Berge, ich muss an die Werbetafeln für die Trekkingausflüge denken. Jetzt da wandern gehen, wäre bestimmt schön. Das Wetter ist angenehm warm, nicht heiß – vielleicht 24 Grad. Auf dem Rückweg stoppen wir um zwei Hütte zu kaufen, für morgen damit wir nicht in der Sonne verbrennen.

Als wir gegen 16:30Uhr mit den Fahrrädern bei der Verleiherin vorfahren, werden wir schon erwartet. Wir geben die Fahrräder ab und dürfen unser bestelltes Essen mitnehmen. So viele von den Reisscheiben und nur so eine kleine Tüte Nudelsalat. Im Hotel esse ich davon und merke das ich nach zwei Scheiben nicht mehr kann. Es ist total lecker und ich werde versuchen die nächsten Tage mehr davon zu essen. Den Namen dafür habe ich leider schon wieder vergessen.

Ein wirklich gelungener Tag, wir haben unsere Bootstickets, die Bustickets und hatten ein tolles Erlebnis mit den Mönchen. Dazu gibt es lecker Essen und die Unterkunft ist liebevoll dekoriert. Es gibt direkt zur Unterkunft gehörend, im Nachbargrundstück ein Restaurant. Dort isst Mirko zu Abend, auch hier sieht man die Liebe fürs Detail. Ich fühle mich das erste mal richtig im Urlaub. Hier ist man auf Touristen eingestellt und trotzdem ist es noch nicht so überlaufen wie an den anderen Orten, an denen wir waren.

Es gibt natürlich jede Menge Touristen im Ort, aber ich merke nichts von lauten Partys bzw Diskos oder anderem Quatsch der hier nicht hingehört. Im Hotel treffe ich den Franzosen wieder. Er wohnt nur zwei Zimmer weiter als wir und wir hatten uns verabredet. Er hat leider für seine Kamera kein Kabel dabei und wir haben nicht das richtige Lesegerät. So können wir ihm nur unsere Email-Adressen geben und er verspricht uns die Bilder später zu senden. Ich unterhalte mich mit ihm noch eine ganze Weile und wir tauschen Reiseerlebnisse aus. Wir sollen unbedingt eine Tour zu einem weiteren See südlich vom Inle machen, nach Saka, da gäbe es noch andere Dinge zu sehen, die es am Inle See nicht gibt.

Er ist besorgt wegen den Mückenstichen und findet nicht das richtige Wort. Ich meine recht früh ob er Malaria meint, aber er verneint. Nachdem er nach einer Weile nicht auf das richtige Wort kommt, sucht er im Internet und meint ich hatte Recht mit Malaria. Er verunsichert mich ein wenig, Mückenstiche sind schon fast normal aber ich weiß das es dazu Malariakranker und der Regenzeit bedarf, ansonsten ist das Risiko releativ gering. Ich recherchiere noch mal, ja Myanmar ist dauerhaft Malariarisikogebiet aber das Risiko ist nur gering bis mittelhoch. Es ist gerade Trockenzeit, welches das Risiko senkt und die höchsten Gefahren für eine Ansteckung liegen in grenznahen Gegenden. In einem Blog finde ich einen Bericht von einem anderen Touristen, der war bei einem einheimischen Arzt in Behandlung und dieser meinte hier gibt es keine aktuellen Malariafälle.

Was hier auffällt sind die vielen Motorräder, also gibt es sie doch und ich mache mich kundig. Auf einer Internetseite werde ich fündig und dort steht das Motorräder in Yangon verboten sind, das erklärt es.