Phnom Penh

Aller zwei Meter höre ich „Sir Tuk Tuk“ oder „How are you? Tuk Tuk“ manchmal auch Lady, aber immer Tuk Tuk! Aha alle heißen hier scheinbar so, ich verkneife mir zu fragen wer das sein soll. Es nervt einfach. Von unserer Unterkunft aus sind alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen und wir verzichten während des gesamten Aufenthalts auf die Mitfahrt in den Gefährten, die hier definitiv das Stadtbild prägen. Wir haben nur wenige Dinge auf unserer Wunschliste, wie den Königspalast, die Silberpagode und das Genozid Museum. Somit lassen wir uns Zeit und starten erst 13 Uhr Richtung Königspalast. Unterwegs hält uns wieder ein Tuk Tuk Fahrer auf, der erklärt uns, dass der Königspalast erst um 14Uhr auf macht und wir müssten lange Sachen anziehen. Er würde uns 1h lang herum fahren, wir lehnen dankend ab und laufen zurück und ziehen uns um.
Wir nehmen uns einen Guide der uns eine gute Stunde lang führt und alles erklärt. Ich lerne wieder erstaunliches und viele Dinge sind identisch mit Thailand. So ist der Ramakien hier ebenfalls auf der inneren Mauer zu finden, wie in Thailand, allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Viele Formen und Figuren stammen aus dem hinduistischen und buddhistischen. Es gibt hier auch einen Jade Buddha. Neu ist die 900kg weibliche Buddha Statue aus Massivgold. In den Innenräumen ist fotografieren leider verboten. Nachdem wir dem Guide seine 10 Dollar ausgezahlt haben, laufen wir noch ein mal zurück, um in Ruhe Fotos zu machen. Insgesamt nicht so groß und prunkvoll wie in Bangkok aber definitiv sehenswert.

Die Farben der Kleidung der Untertanen von Montag (links) bis Sonntag (rechts).
Die Farben der Kleidung der Untertanen von Montag (links) bis Sonntag (rechts).
Der Thronsaal (rechtes Gebäude) und ein weiteres Amtsgebäude (links).
Der Thronsaal (rechtes Gebäude) und ein weiteres Amtsgebäude (links).
Die äußere Wand der Silberpagode mit einem Teil des Ramayana.
Die äußere Wand der Silberpagode mit einem Teil des Ramayana.
Diese Stupas sind Gräber. Der Guide erklärt uns wer jeweils darin begraben wurde.
Diese Stupas sind Gräber. Der Guide erklärt uns wer jeweils darin begraben wurde.
Die Silberpagode.
Die Silberpagode.
Von anderen Seite.
Von anderen Seite.

Für den nächsten Tag buchen wir eine Halbtagstour zu den Killing Fields und dem Genozid Museum für 25USD (2 Personen). Im Hotel probieren wir die gegrillten Fleischspieße. Wir dürfen uns aussuchen, welches Fleisch. Ich nehme Huhn, Tintenfisch, Schwein und Frosch. Mirko Rind, Schwein, Rippchen und Frosch. Für uns das erste mal, dass wir Frosch essen. Schmeckt ganz lecker und würde ich jederzeit wieder essen. Am Abend gehen wir am Fluss im bunten Licht der vielen Bars und Restaurants spazieren. Hier entdecken wir Schlangen und Insekten zum Essen. Wir kaufen kurzerhand von jedem etwas und probieren mutig. Die Schlange schmeckt wirklich wie Hühnchen. Die Insekten brauchten etwas mehr Überwindung, wobei mir das leichter fiel. Kaut sich und schmeckt wie knusprige Chips. Am nächsten Morgen esse ich die wirklich alle auf und werde mir wohl bald neue kaufen.

Unser leckeres Essen.
Unser leckeres Essen.

Wir werden pünktlich zum Museum gefahren und zahlen 3 USD Eintritt und weitere 2 USD pro Person für den Guide. Bei den Killing Fields zahlt man ebenfalls 3 USD für den Eintritt und weitere 3 USD für den Audio-Guide, den muss man nicht nehmen, wird aber immer zusammen für 6 USD verkauft. Es ist einfach erschreckend wie oft sich die Geschichte wiederholt. Ich musste sofort beim Anblick der Haufen von Kleidung, Knochen, Zähne, Folterinstrumenten usw. an die Nazis und deren KZs denken. Es ist ein verstörendes Erlebnis und schockiert mich zutiefst. Im Genozid Museum waren die zwei Überlebenden vor Ort und haben uns ihre Misshandlungen gezeigt. Die Bücher für jeweils 10 USD haben wir ihnen beiden abgekauft, das tut uns nicht weh, aber ihnen hilft es vielleicht. Bou Meng haben sie alle Zähne raus geschlagen und durch Elektroschocks an den Ohren ist er jetzt taub. Wir machen ein Foto mit ihm und er umarmt mich am Ende. Mir tun alle, die das hier durchleben mussten, sehr leid. Bei den Killing Fields schauen überall Knochen aus der Erde, in einem Turm sind hunderte Schädel die einen anstarren. Mir fällt es schwer darüber zu schreiben, schaut es euch selber an.

Das Bett eines Gefangenen.
Das Bett eines Gefangenen.
Hastig gemauerte Zellen
Hastig gemauerte Zellen
Die Ansicht von außen
Die Ansicht von außen
Einer der zwei Überlebenden
Einer der zwei Überlebenden
Schädel
ohne Worte

Am Nachmittag schauen wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten an, sammeln ein paar Geocaches ein und beenden den Tag zeitig im Hotel.

Unabhängigkeitsdenkmal
Unabhängigkeitsdenkmal

Kambodscha Ankunft

Wir warten seit fast 3h in dem Büro, in dem wir die Tickets 12 Tage vorher gekauft haben und wo der Bus ab fahren soll. Ich frage 10min vor Abfahrt noch mal nach wo der Bus losfährt. Darauf werden hektisch Telefonate geführt und nach ein paar Minuten erfahren wir, dass er in 2min kommt. Wir holen die Rucksäcke und schon steht er da. Gut das ich noch mal gefragt hatte. Im Bus sollen wir unsere Tickets umtauschen, aber so richtig verstehen wir nicht was der Bus Begleiter von uns will. Egal, das ist der richtige Bus und wir setzen uns. Bevor wir nicht in Kambodscha sind, steigen wir nicht aus. Wir sind die ersten im Bus und nachdem alle drin sind, bekommen wir neue Fahrkarten überreicht. Als der Bus los fährt, geht der Begleiter herum und sammelt die Pässe ein. Das russische Pärchen vor uns möchte wissen wofür und was der Service kosten soll. Sie bekommen nur 35 Dollar als Antwort bzw können wir nicht mehr verstehen. Sie weigern sich die Pässe abzugeben. Ich möchte wissen, warum wieso weshalb aber er versucht es bei uns gar nicht. Unser Sitznachbar fragt uns auch wieso er die Pässe haben will. Ich vermute um die Visas zu besorgen. Wir möchten nicht noch mal bezahlen, wir haben schon E-Visas einstecken.
An der Grenze müssen wir alle aussteigen. Die Damen Toilette ist verschlossen und wir Frauen müssen bei den Männern gehen. Danach stellen wir uns am Schalter an und warten. Es geht sehr langsam voran, wir wollen doch nur aus Vietnam raus. Nach 5min kommt unser Bus Begleiter und sieht genervt aus, wir sollen ihm die Pässe überlassen! Wieso? Er kümmert sich drum, meint er! Nagut, wir geben sie ihm und auch die Russen hinter uns tun das. Er gibt sie dem Beamten und wir dürfen einfach durch gehen. 3m hinter dem Schalter bleiben wir allerdings von uns aus stehen und warten auf die Rückgabe der Pässe. Dann passiert wirklich seltsames. Unser Bus Begleiter setzt sich in eines der Grenzerkabinen und bekommt von dem Beamten erklärt was er tun muss. Er tippt irgendetwas in die Computer ab. Nach 10m will uns ein anderer Grenzbeamter vertreiben, aber wir können ihm verständlich machen, das wir nicht ohne Pässe gehen werden. Ich fühle mich gestresst, alle Personen hinter uns sind mittlerweile durch die Grenzkontrolle durch. Hätten wir ihm nicht die Pässe gegeben, wären wir jetzt auch fertig. Ohne den Pass kommen wir nirgendwo hin, nicht in Kambodscha in 500m rein und auch sonst nirgendwo hin. Wir bleiben und warten. Nach einer gefühlten Ewigkeit bekommen wir die Pässe. Der Russe hat zwischenzeitlich mal ein bisschen lautstark Stress gemacht. Wir steigen in den Bus und fahren vielleicht 500m. Es steigt ein vietnamesischer Beamter in den Bus und prüft erneut alle Pässe und Passagiere. Weitere paar Meter weiter heißt es erneut aussteigen, zur Einreise in Kambodscha. Uns wird eine Richtung gewiesen und wir laufen los. Die Russen sind etwas schneller, aber ich reagiere zuerst auf den Beamten, der aus dem Gebäude uns entgegen kommt. Was wir suchen? Na einreisen wollen wir! Wir sollten in dem Häuschen hinter uns ein Visa kaufen. Nein entgegne ich und zeige ihm die E-Visas, wir haben die schon. Ob wir alle vier zusammen gehören würden? Nein, nur Mirko und ich und wir haben beide schon Visas. Der Bus Begleiter ist mittlerweile auch zu uns gestoßen. Der Beamte fragt wieso wir das nicht ihm (Bustypen) alles überlassen. Wir willigen ein, der Begleiter nimmt die Pässe und der Beamte weist ihn an auch unsere Visas mitzunehmen. Supi, jetzt kann nix mehr schief gehen. Wir laufen zum Bus, sitzen ein paar Minuten später auch drin und tatsächlich bekommen wir die Pässe mit dem Visa ausgehändigt, ohne noch mal bezahlen zu müssen. Kurz nach der Grenze gibt es eine Pause, mit der Möglichkeit etwas zu essen. Wir wollen nicht und bleiben im Bus. Wir erreichen Phnom Penh kurz vor Mitternacht. Hier warten schon die Tuk Tuk Fahrer auf uns und wir lassen uns für 5 USD zur Unterkunft bringen. Obwohl wir Adresse, Name und Beschreibung haben, irren wir 5min herum und klingen Leute aus dem Schlaf, bevor wir fündig werden. Die Unterkunft ist über einem Restaurant und um diese Zeit ist es geschlossen. Wir dürfen im größten Zimmer nächtigen. Es ist wirklich schön hier, zwei große Betten, ein schönes Bad, ein Fenster, Klimaanlage und Deckenventilatoren. Wir schlafen die Nacht sehr gut und starten ausgeschlafen in den nächsten Tag. Wir müssen das Zimmer tauschen, wir bekommen das gebuchte Zimmer. Es ist kleiner, von der Ausstattung ähnlich, aber kein Fenster. Wir hatten schon schlimmere Unterkünfte.