Von Bagan nach Mandalay 03.01.17

Wir sind pünktlich um 8 Uhr auf und packen nach dem Duschen alles zusammen. Kurz vor 9 Uhr checken wir aus und setzen uns in die Lobby, um auf den Bus zu warten. 15min später kommt einer vom Hotel und möchte das Busticket sehen, ich zeige es ihm. Er meint der Bus wäre schon weg, vor 30min wären die hier gewesen und sind schon weg. Was nun? Wir sollten zu dem Verkäufer gehen… Wir hatten gestern Abend bezahlt und die Angestellten wussten sowohl das wir Bus fahren, als auch in welchem Zimmer wir sind. Warum die uns nicht geholt haben, entzieht sich meinem Verständnis.

Ich brauche nicht weit laufen, aber der Verkäufer ist nicht da. Es stehen mehrere Teller und eine Tasse Kaffee auf dem Tisch. Es steht in der Ecke eine Frau die scheinbar schon länger wartet. Nach zwei Minuten kommt der E-Bike Verleiher und meint ich solle warten. Weitere 5min später kommt er an und ich winke mit dem Busticket wo der Bus ist. Er macht große Augen und meint die müssten uns uns abholen. Sofort nimmt er das Telefon und telefoniert, nach einer Weile meint er ich solle ins Hotel gehen, er würde gleich kommen.

Nach 5min steht er mit einem Auto vor der Tür, wir steigen ein. Da sitzt die Frau von eben und ihr Freund oder Mann. Wir quetschen uns mit hinein. Er fährt uns direkt bis zum Busbahnhof, dort wartet noch unser Bus. Wir bedanken uns und steigen um. Die Fahrt war die kürzeste, aber auch die schlimmste in Bezug auf Straßenverhältnis und Fahrzeug. Der Fahrer brettert mit dem kleinen Bus (kein Minibus) wirklich durch jedes Schlagloch und Bodenwelle. Mirko meint das ist wohl die letzte Fahrt vom Bus. Wir fahren an vielen Dörfern vorbei, leider meist zu schnell. Ich sehe viele schöne Motive für Fotos, aber kann nur ganz wenige einfangen. Unterwegs sehe ich viele Bauern, die in einfachsten Hütten wohnen mit Tieren und ihrer Arbeit mit einfachsten Mitteln nachgehen. Ich kann dieses mal auch endlich eine Aufnahme einfangen, wie der Straßenbau hier funktioniert. Die Landschaft kurz vor Bagan und nun Richtung Mandalay entspricht eher einer Steppe. Es ist alles verdammt trocken und der Bewuchs ist recht karg. Kein Vergleich zum dichten Dschungelbewuchs im Süden bzw in den anderen Teilen von Südostasien. Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Mandalay und 30min später werden wir an unserer Unterkunft raus gelassen.

Nach dem Checkin und kurzem Ausruhen, buche ich für 70.000 Kyats eine Tagestour zu fünf Orten die wir besuchen möchten. Das wird den ganzen Tag gehen und um 8 Uhr starten wir. Wir verlassen die Unterkunft und besuchen drei Tempelanlagen.

Wir laufen zu Fuß erst entlang der großen Mauer des Palastes und als wir die erste große Querstraße erreichen schauen wir kurz in unseren Stadtplan. Ein Einheimischer hält an und fragt was wir suchen. Ich sage Bananen und er meint gleich da hinten rechts ist ein Markt. Wir biegen also nach rechts ab und finden kurze Zeit später einen Supermarkt. Hier ist scheinbar alles neu und steht in keinem nach, was ich aus anderen asiatischen Ländern kenne. Der Supermarkt ist gefüllt mit allem was man sich vorstellen kann. Wir kaufen Chips, Melone, Bananen, Thunfisch, Nashis, Besteck und Bier. Nun laufen wir weiter Richtung Norden zu den Tempeln.

Wir kommen durch viele kleine Gassen an vielen einheimischen Häusern vorbei. Die Bewohner sitzen meist davor und sie lächeln zurück, wenn ich lächle. Hier spielen Kinder Verstecker, da mit Murmeln, dort wird ein Kind von ihrer Mutter auf einem Plastikauto die Straße entlang geschoben. Das wirkt alles recht normal, wären nicht der viele Müll zwischen den Grundstücken und der offene stinkende Kanal direkt neben dem Weg. Scheinbar ist auch irgendwo eine Wasserleitung defekt, hier gibt es eine Quelle…

Als wir bei den Tempeln ankommen, sind wir die einzigen Touristen aus dieser Richtung. Wir müssen wieder ein Ticket kaufen für 10.000 Kyats pro Person, dieses ist 5 Tage gültig für alle Sehenswürdigkeiten rund um Mandalay.

Als erstes schauen wir uns die Shwe Kyaung Monastery an. Dieser Tempel ist komplett auf Holz gebaut und komplett mit Schnitzerein versehen. Ihnen ist es schön, aber das sehen wir erst als wir unsere Taschenlampen zum Einsatz bringen. An den Außenwänden gibt es Figuren, die sich niemals wiederholen sollen.

Danach laufen wir in einen riesigen Saal, die Alumashi Monastry. Die Decke ist sehr hoch und alles mit Holz verkleidet. Es ist wieder sehr dunkel, obwohl Lampen vorhanden sind, sind diese ausgeschalten. Von außen sind lauter kleine Türmchen treppenförmig angeordnet.

Der dritte Tempel protzt mit scheinbar hunderten von kleinen Stupas. Wir können diese nicht zählen, es sind einfach zu viele. Als wir ins Innere laufen, kommt mir eine Frau entgegen. Sie möchte mir das Gesicht auf die typische Myanmar Art bemalen. Ich möchte ablehnen, aber sie meint es kostet kein Geld. Ich lasse sie mein Gesicht anmalen und 5min später ist sie fertig. Es ist in Form eines Blattes jeweils auf beiden Gesichtshälften gemalt. Nun greift sie in ihre Tasche und bietet mir Postkarten an. Es fällt mir schwer aber ich möchte keine Postkarten haben. Es tut mir wirklich leid, aber ich lehne ab. Jede Minute möchte uns jemand Postkarten, Malereien, Webereien, Taxis oder anderen Kram verkaufen. Selbst kleine Kinder kommen mit typischen Kinderzeichnungen an und verlangen Geld. Ich glaube das es für die Leute hier viel Geld ist, aber wir können nicht alles kaufen. Wir kaufen schon ständig und überall etwas, aber auch wir müssen häufig ablehnen.

Als letztes besuchen wir noch den Nachtmarkt. Mirko isst sich bei einer Straßenküche richtig satt und ich staune über die Zustände hier. Während in Thailand Straßen gesperrt werden, auf denen Markt ist, fahren hier Autos und Motorräder weiter zwischen den Ständen herum. Damit man sich das vorstellen kann, eine kurze Erklärung. Direkt in der Mitte der Straße stehen jeweils mit dem Rücken zueinander zwei Stände und natürlich auf dem Fußweg steht einer. Es reiht sich Stand an Stand von Kreuzung zu Kreuzung. Nun fahren zwischen den Ständen in beide Richtungen ständig Fahrzeuge und dazwischen turnen wir und andere Einkaufwillige umher. Schön ist anders.

Traditional Elephant Dance 2.1.17

Nach unserer Ballonfahrt lege ich mich wieder hin und schlafe. Als ich erwache ist später Nachmittag gegen 15 Uhr. Ich brauche etwas um in Gang zu kommen und mich ärgert immer noch mein Magen. Mirko hat sich derweil die Zeit mit anderen Dingen vertrieben. Im Hotel hängt ein Plakat für tanzende Elefanten und heute ist der letzte Tag, das möchten wir uns noch anschauen. Wir verlassen 15min später das Hotelzimmer und gehen zur Rezeption. Hier lassen wir uns ein Taxi rufen und warten 10min bis es eintrifft.

Der Taxifahrer hält ständig an und fragt wo die tanzenden Elefanten sind. Wir erklären ihm noch mal das wir zu dieser Pagode möchten, denn das Plakat besagt das sie dort heute zwischen 15:30 Uhr und 16:30 Uhr auftreten. Nachdem er es endlich verstanden hat, gibt er Gas.

Als wir 15:45 Uhr eintreffen, erkennen wir die Pagode vom Vortag. Hier sind wir schon ganz oben gewesen, er zeigt auf einen Wagen. Der tanzende Elefant ist hier! Danke sage ich und frage wo er warten wird. Er fragt ob wir den Sonnenuntergang anschauen möchten, „nein, nur die Show“. Okay er wird gleich dort auf uns warten.

Wir laufen ein paar Meter und sehen die Elefantenkostüme auf Tischen liegen. Zuerst denke ich, wir sind zu spät und haben es verpasst oder sie führen nur aller 15min etwas auf. Ich packe in Ruhe die Kamera aus und baue das Stativ auf. Direkt in der ersten Reihe platziere ich die Kamera auf meinem Rucksack. Nach 10min warten gegen 16:00 Uhr geht es endlich los.

Jeweils zwei Leute steigen in einen weißen und schwarzen Elefanten. Dazu spielen die Musiker auf ihren recht einfachen Instrumenten. Die beiden drehen und tanzen im Takt der Musik. Es ist unterhaltsamer als gedacht. Teilweise sind richtige akrobatische Leistungen enthalten, wenn beispielsweise der Elefant auf den Vorder- oder Hinterpfoten posiert, muss einer der beiden im Inneren den anderen hochheben. Es wirkt alles recht gut trainiert, einzig die Helfer sehen etwas unmotiviert aus. Am Ende steigt der schwarze Elefant auf drei übereinander gestapelte Holztische. Die Konstruktion sieht wacklig aus, aber ich bin beeindruckt, dass sie sich in ihren Kostümen darauf getrauen. Wir geben ihnen insgesamt 3.000 Kyats, 2 x tausend darf ich mit Sicherheitsnadeln direkt am Elefanten selber befestigen. Die meisten Touristen schauen sich alles an, aber bezahlen nichts.

Der Sonnenuntergang ist bald, es sind hier mittlerweile richtige Menschenmassen. Als wir das Taxi suchen erkennen wir den Platz davor fast nicht wieder. Überall stehen Auto und große Busse und es kommen noch mehr. Nichts wie weg von hier. Es mag zwar schön aussehen, den Sonnenaufgang bzw –untergang anzuschauen, aber bei den vielen Menschen verzichte ich freiwillig darauf. Wir hatten einen sehr schönen Aufgang heute Morgen vom Ballon aus, das reicht uns. Auf der Rückfahrt erzählt uns der Taxifahrer von einem sehr schönen Ort, den man in 1h Taxifahrt erreicht. Leider haben wir dafür keine Zeit mehr, morgen früh um 9 Uhr werden wir Bagan verlassen und den letzten Teil der Myanmar Reise antreten.

Nach unserer Rückkehr gehen wir ins Restaurant auf der Straße. Mirko isst sich richtig satt und ich schreibe den zweiten Tagesbericht. Danach holen wir am Geldautomaten Geld. An der Rezeption treffen wir Bernessa, von heute morgen wieder. Sie möchte wie wir alles bezahlen und ihre Rückfahrt nach morgen klären. Mirko legt 182.000 Kyats auf die Thecke, dass ist ein dickes Bündel Geldscheine. Nachdem wir beide alles geklärt haben, tauschen wir noch kurz unsere Email-Adressen aus. Sie fliegt morgen zurück nach China. Ihr Taxi soll 70 Dollar kosten, aber es ist schon ausgebucht. Sie muss mit dem 5 Uhr Bus fahren, wir wünschen ihr alles gute und gehen in unser Hotelzimmer.

Ballonfahrt über Bagan mit Oriental Ballooning 02.01.17

Ich wache gegen 3 Uhr mit leichter Übelkeit auf. Mein Magen lässt mich immer noch nicht schlafen und ich bleibe bis 4:50 Uhr wach, dann klingelt der Wecker. Überpünktlich um 5:17 Uhr setzen wir uns in die Hotellobby. Mirko sieht mich besorgt an, ob es wohl gehen wird? Ja, geht gerade und muss die nächsten Stunden einfach irgendwie.

5:20 Uhr setzt sich eine Frau auf das Sofa gegenüber und fragt uns 5 min später ob wir auch mit Oriental Ballooning fliegen. Ja, das tun wir. Wir lernen uns im Laufe des Morgens etwas besser kennen. Zufällig landen wir später auch im selben Ballon. Sie kommt aus Australien und wohnt in Shanghai, China. Dort arbeitet sie als Englischlehrerin.

5:50 Uhr fährt ein Minibus vor und wir dürfen einsteigen. Wir fahren ein paar hundert Meter, biegen zwei mal ab und dann geht es über einen Feldweg und durch Gestrüpp bis wir halten. Mit Taschenlampen werden wir begrüßt und uns wird beim Aussteigen geleuchtet. Eine bizarre Kulisse entspannt sich vor uns. Man kann nicht weit sehen, weil es dunkel ist, aber direkt vor uns sind auf einem Feld lauter Tische mit Stühlen aufgebaut. Es sind schon ca. 75% belegt und wir werden gebeten uns zu setzen. Uns wird Kaffe, Tee und Gebäck angeboten. Die Szene wirkt etwas surreal, da im Hintergrund ständig Feuerfontänen in den Himmel steigen. Ich versuche es zu fotografieren, aber leider ist es zu dunkel dafür. Wann sitzt man schon mal früh um 6 Uhr im Dunkeln auf einem Feld mit lauter fremden Leuten und hat Frühstück. Ich möchte nichts Essen oder Trinken, mein Magen fühlt sich nicht gut an. Ich möchte hier nicht sitzen, sondern sofort losfliegen, irgendwas machen, die Spannung steigt unendlich an. Als Mirko auf die Toilette gehen möchte, kommt er sofort wieder. „Die Toiletten sind für 5 min geschlossen“, was immer das bedeuten soll.

Einen Augenblick später stellen sich die Piloten vor. Es sind ausschließlich Ausländer, jeder spricht gutes Englisch. Jeder von ihnen hat eine Namensliste, die laut vorgelesen wird. „here“ rufe ich als ich meinen Namen höre, Mirko tut mir gleich. Wir fliegen heute mit Rick. Uns wird erklärt das wir nun zu unseren Piloten gehen sollen, die uns zu den Balloons führen werden, um uns die Sicherheitsanweisungen zu erklären. Wir folgen ihm und müssen ein mal quer über das Feld laufen. Hier liegen überall riesige Ballons, links von uns sind noch drei Ballons von einer anderen Firma und in etwas weiterer Entfernung ist noch mal ein ganzes Feld voll von ihnen.

Rick kommt aus Australien, fliegt seit 18 Jahren. Er erklärt uns wo und wie wir einsteigen und aussteigen müssen. Was wir bei Start und Landung tun sollen. Nachdem er fertig mit seinen Ausführungen ist, meint er dürfen wir auf Toilette gehen. Da sie jetzt anfangen die Ballonhüllen aufzublasen, verkneife ich mir den Toilettengang.

Ich hatte keine Vorstellung wie groß so ein Ballon ist. Rings um uns herum wachsen langsam die typischen Formen heran. Zuerst werden sie mit Ventilatoren aufgeblasen und als sie groß genug sind wirft Rick die Brenner an. Ich spüre die Hitze und empfinde sie an dem kühlen Morgen als angenehm. Es sind mehr als ich zählen kann, wie die Pilze wachsen nun die Ballons um uns in die Höhe. Wir dürfen einsteigen.

Es dauert eine ganze Weile bis wir abheben dürfen. Ich filme alles mit und als es endlich los geht, müssen wir sitzen, aber die Kamera schaut weiter nach draußen. Wir schweben sanft nach oben und dürfen nun wieder aufstehen. Das Gefühl ist unbeschreiblich, gar nicht wie mit Passagierflugzeugen fliegen. Bis auf die Brennergeräusche ist alles friedlich und still und wir gleiten langsam durch die Luft. Es hat etwas anmutiges an sich, über den Bäumen und Sträuchen zu fliegen. Nach ein paar Minuten geht auch die Sonne auf, perfektes Timing. Mirko und ich fotografieren und filmen was wir können, die Momente möchten wir nicht vergessen. Wir sehen die ersten Stupas und Tempel und der Ballon fängt sich an zu drehen, zu unserem Glück. Nun haben wir freien Blick auf die vielen Pagoden, Tempel, Stupas und wie immer sie alle heißen mögen. Traumhaft, jeden Cent wert, den wir dafür bezahlt haben. Ich bin weiß nicht wohin ich zuerst schauen soll, schon der Anblick der vielen Ballons in der Luft ist irgendwie schön. Teilweise fallen mir nicht die richtigen Worte ein es zu beschreiben. Ich bin wirklich hier und fliege wirklich über Bagan, bitte Gehirn vergiss das niemals. Während ich schreibe bin ich immer noch in Gedanken versunken und spiele Momente wieder und wieder ab. Das Lächeln kommt kurze Zeit nach dem Start und bleibt auch lange Zeit erhalten.

Wir fliegen fast 90 min, bevor wir landen. Während wir über ein Dorf fliegen, rufen uns die Kinder „Happy New Year“ zu, wie süß. Rick meint die Dörfer leben noch wie vor 1.000 Jahren, nur das sie jetzt Strom haben, den allerdings erst letztes Jahr bekommen haben. Kurz vor der Landung werden wir von einem anderen Ballon touchiert. Das Spiel geht ganze 10 min, bevor wir endlich etwas voneinander getrennt sind. Wir müssen uns hinsitzen und dann geht es ganz schnell. Zwei kurze Aufsetzer und wir sind auf dem Boden. Hätte ich fast schlimmer erwartet. Hier sind überall schon Helfer, die den Ballon am Boden halten. Es dauert weitere 10 min bis wir den Korb verlassen dürfen. Rick zeigt uns nun auch wofür die rote Leine da ist, die sollten wir während des Fluges nicht ziehen. Es öffnet sich der komplette obere Bereich und die heiße Luft kann entweichen.

Wir steigen durch Gras und kleine Sträucher zu einer Stelle, an der wieder Stühle und ein paar Tische stehen. Nun gibt es zuerst Orangensaft, dann erzählt einer der Piloten eine Geschichte, wieso es nun Champagner gibt, und die lautete so:

Der erste Ballonflug soll in Frankreich statt gefunden haben und zwar im Auftrag des Königs. Bei der Landung wurde der Pilot aus dem Korb geschleudert und der Ballon ist stiften gegangen. Die Einheimischen hielten den Ballon für einen Eindringling und jagten ihn mit Mistgabeln und versuchten ihn zu töten. Als der Pilot dem Ballon hinterher eilte und sie davon abhalten wollte, hielten sie ihn für einen Außerirdischen und wollten auch ihn töten. Nun wollte er keine Flüge mehr machen, dass wäre viel zu gefährlich, besonders wenn einen die Einheimischen jedes mal angreiffen werden. Der König hatte einen Vorschlag, er gab dem Piloten Champagner mit dem königlichen Siegel darauf. Zu dieser Zeit durfte nur der König Alkohol vergeben und er meinte, wenn die Leute das sehen dann wissen sie, dass du vom König gesandt wurdest.

An der Tradition würden sie bis heute festhalten und nun gab es Champagner für alle. Ich lehnte wegen meines Magens ab, aber stieß mit einem Glas trotzdem mit allen an. Nun setzten sich die Piloten und schrieben per Hand unsere Zertifikate. Aus der Erklärung des Piloten konnte ich heraus hören, dass der Flug wichtig wäre, sollte man selber fliegen wollen. Mittlerweile ist die Bodencrew fertig mit einpacken der Ballons und fährt an uns vorüber und alle winken uns. Wir dürfen nun auch in die wartenden Minibusse einsteigen. Rick und die anderen Piloten verabschieden sich. Ich bedanke mich noch mal für das wundervolle Erlebnis.

Als wir zurück zum Hotel fahren, sehen wir die Busse der Konkurrenz. Die gibt es hier schon viel länger, aber die Busse sehen schäbig aus. Ich bin wirklich froh mit Oriental Ballooning geflogen zu sein. Wir unterhalten uns noch kurz mit unserer neuen Freundin, sie meint unter anderem, dass alle bei uns im Ballon Australier waren, wir sind die einzigen Europäer. Kurz vor 9 Uhr sind wir wieder im Hotel. Der Höhepunkt der Reise ist hinter uns, jetzt können wir erst mal ausspannen.

Zwei kleine Geschichten

Es passiert immer wieder, dass wir am Ende des Tages nicht mehr alle Ereignisse zusammen bekommen. Hier sind zwei kleine Erlebnisse die noch fehlten.

Beim Inley-See suchen wir nach Bananen vor dem Kloster mit den goldbeklebten Buddahfiguren. Als wir einen Stand finden, sehen wir nirgends einen Verkäufer. Die Frau vom Nachbarstand kommt sofort und verkauft uns die Bananen. Als sie dann unter der kleinen Bank nach einem Beutel sucht, bewegt sich auf ein mal der kleine Stoffhauen vor uns. Zum Vorschein kommt eine ganz alte Frau, die im Schneidersitz übergebeugt geschlafen hat. Sie ist so klein, das wir nie damit gerechnet hätten, dass vor uns jemand schläft. Wir müssen eine Weile darüber lachen.

Auf dem Weg nach Bagan, kauft sich Mirko eine Flasche Wein. Es stehen viele verschiedene Weine zum Kauf an. Ein Tourist versucht von der Verkäuferin zu erfahren, welcher der Leckerste ist. Ja, die sind alle lecker. Er probiert die Frage anders und welchen trinkt sie? Natürlich alle. Ich meine zu ihm, dass sind die falschen Fragen. Ich frage sie und erfahre, dass sie gar keinen Wein trinkt. Sie kann nicht sagen, welcher gut ist. Es gibt Erdbeer, Kirsch und andere Weine aus verschiedenen Früchten. Wir entscheiden uns für den normalen Wein aus Weintrauben. Für Silvester gedacht und Mirko öffnet die Flasche auch, aber irgendwie schmeckt er nicht wie Wein. Er meint es schmeckt eher nach einem Likör.

Erkundungstour rund um Bagan 01.01.2017

Wir schlafen bis 9 Uhr, als der Wecker klingelt. Ich fühle mich schon deutlich besser, aber immer noch recht schwach. Wir packen für den Tagesausflug alles zusammen und gehen zum Motorradverleiher um 10:40 Uhr, der ist gleich neben dem Hotel. Wir müssen kurz warten, bis das Motorrad vorgefahren wird. Obwohl wir 10-11 Uhr ausgemacht hatten, war er der Meinung wir kommen nicht mehr. Wir müssen die restliche Summe von 5.000 Kyats bezahlen. Am gestrigen Abend haben wir bereits 3.000 Kyats angezahlt und dafür auf Nachfrage eine handgeschriebene Quittung bekommen. Vorher hatten wir noch die Busfahrt nach Mandaly für 15.000 Kyats gekauft und dafür eine Quittung bzw Busfahrkarte bekommen auf der 18.000 Kyats steht. Er meinte, dass er Rabatt bekommt und deshalb der Preis weniger ist. Ich frage mich ob er den Rabatt 1:1 an uns weitergegeben hat. Wir fragen ihn heute noch nach einer Fahrradtour mit anschließender Bootsfahrt in den Sonnenuntergang. Dafür zeigen wir ihm einen Flyer, den wir aus dem letzten Hotel haben, dort soll es 60 Dollar kosten. Er meint das wäre viel zu teuer und bietet uns für 15.000 Kyats eine Bootsfahrt an, allerdings ohne Fahrradtour. Wir werden uns das heute noch überlegen und bedanken uns.

Wir fahren mit dem Elektroroller los, raus aus der Stadt Richtung Bagan. Rechts und links tauchen die ersten Stupas auf. „Mirko, machst du Fotos?“ frage ich. Er meint nein, dass könnten wir auch später noch machen. Nein können wir nicht, wir fahren zurück eine andere Route. Also kramen wir beide unsere Kameras heraus und fangen mit fotografieren an. Die erste größere Stupa zieht uns an und wir biegen in einen Feldweg ab. Wir parken und schauen uns genauer um. Als wir die Pagode umlaufen haben, macht mein Magen Kopfstand und ich setze mich. Die anwesenden Burmesen fragen kurze Zeit später ob alles okay sei. Nein mir geht es nicht gut, sie meinen ich solle mich um die Ecke setzen. Als ich aufgestanden bin und in den Schatten laufe, bieten sie mir ihre Matte zum Hinlegen an. Ich lege mich hin und es vergehen ca. 15min bevor es mir langsam besser geht.

Wir laufen ins Innere und schauen uns um. An den Wänden sind uralte Malerein, ich höre die Guides der anderen Touristen etwas von über 800 Jahre alt erzählen. Wir machen einige Fotos und wollen wieder gehen. Am Ausgang sitzt mal wieder ein Verkäufer, er fragt ob es mir besser geht. Ja das tut es und dann zeigt er mir seine Kunstwerke. Aus Sand gefertigte Kunstwerke, die meisten mit Buddah-Motiven. Man kann sie knicken oder falten und trotzdem bleibt alles ganz. Für 30.000 Kyats wechseln zwei Stück den Besitzer. Mir geht es mittlerweile wieder richtig gut und wir fahren weiter.

Beim nächsten Stopp, kommt kurze Zeit später jemand auf dem Fahrrad an. Er fragt woher wir kommen und begrüßt uns dann auf Deutsch. Er hätte Malerein dabei, okay ich schaue sie mir mal an. Eigentlich möchte ich keine weiteren kaufen, aber am Ende erhalte ich drei Kunstwerke für 35.000 Kyats. Wir wollen gerade weiter, da kommt schon der nächste. Er meint die meisten malen alle das gleiche, aber er fotografiert die Motive und malt sie ab. Es stimmt er hat wirklich schöne Motive dabei, aber für heute haben wir genug gekauft. Wir halten noch an vielen weiteren Bauwerken und bis zum Ende des Tages haben wir gefühlt über 100 Tempel, Stupas usw. gesehen. Auf zwei konnten wir nach oben laufen, auch wenn es mittlerweile generell untersagt ist. Von oben hat man eine tolle Aussicht auf die ganze Gegend. Man sieht Beschädigungen an den Bauwerken vom letzten Erdbeben, wirklich sicher fühle ich mich oben nicht. Das letzte große Bauwerk, welches wir besuchen ist von Touristen regelrecht überrannt. Angezogen von den Menschenmassen schauen wir uns um, aber wirklich besondereres finden wir hier nicht. Ganz im Gegenteil, überall ist Tauben und Fledermauskacke, die Wände sind voll damit und natürlich auch der Boden. Es stinkt widerlich und wir verschwinden schnell wieder.

Was ich noch nicht berichtet habe, ist vom vielen Staub. Ja es gibt befestigte Straßen, aber diese werden wie schon geschrieben von Hand erbaut. Sie sind sehr schmall und auf beiden Seiten ist meist Sand. Hier in Bagan gibt es nur zwei große geteerte Straßen, der Rest sind reine Sandpisten. Es sieht wie Nebel aus, aber ist aufgewirbelter Staub bzw Sand. Wir bekommen beim Vorbeifahren von größeren Fahrzeugen wie Bussen ständig Sand in die Augen, in den Mund und auf den Rest des Körpers. Als wir wieder im Hotel sind, dusche ich recht lange und es kommen gefühlt 2cm Dreck herunter. Wir gehen dieses mal in ein Restaurant und ich schreibe den Bericht, während Mirko isst.

Morgen geht es 5:20 Uhr bereits los, zum Ballonflug. Wir sind gespannt und freuen uns darauf.

Neujahr 31.12.2016

Ein gesundes neues Jahr wünsche ich allen!

Ich schlafe recht unruhig bis gegen 23:30 Uhr, als mich Mirko weckt. Der Tag war anstrengend und mir geht es immer noch nicht viel besser.

Wir gehen zuerst auf die Straße, aber hier ist alles ausgestorben. Wir laufen zurück durch die Rezeption, an den auf dem Boden schlafenden Angestellten. Wir steigen die Treppe hinauf auf das Hoteldach. Wir hören die Silvesterknaller, aber können nur wenige sehen. Wir wünschen uns gegenseitig ein gesundes neues Jahr und gehen zurück ins Zimmer.