Am Inle See 29.12.16

Wir schlafen bis 12:30Uhr und fühlen uns nach den 5h trotzdem nicht erholt. Nach den üblichen Hygenieritualen und endlich genügend Wassergenuß machen wir uns auf den Weg. Wir haben nur zwei Ziele auf der Liste, Bootstour für morgen organisieren und Busfahrt nach Bagan während des Tages.

Wir laufen nur wenige Meter und gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite ist der erste Reiseladen. Bustickets haben sie, es dauert allerdings 20min bis wir endlich eines in den Händen halten. Der JJ Express fährt nur Nachts, den wollen wir nicht. Die Alternative fährt nach kurzem Telefonat am 31.12. wohl doch nicht. Es wird also ein Minibus, wie wir sie aus Thailand kennen. Ob das gänge, wir müssen zwei mal bejahen, bevor sie den Kauf für 36.000 Kyats für zwei Personen in die Wege leitet. Dazwischen ruft sie mal mit ihren drei Telefonen Jemanden an oder erhält einen Rückruf. Wir werden immer wieder gebeten, „Please wait“. Keine Sorge wir laufen nicht weg, für eine Tagfahrt nehmen wir alles in Kauf. Bei den engen Bergstraßen ist mir ein kleiner Bus auch lieber, bei dem Großen musste ich mehrfach wegschauen. Während wir warten lese ich ihr Schild und sehe „Bicycle for rent“, aber ich sehe keine Fahrräder. Also frage ich und fünf Minuten später stehen plötzlich drei Fahrräder hinter mir. 1.500 Kyats bezahlen wir pro Fahrrad pro Tag. Die Bustickets sind noch nicht da und ich frage was das für weiße Scheiben auf dem Tisch wären. Sie meint wir könnten mal probieren, das wäre nur Reismehl mit Salz. Kann man essen, aber ich möchte wissen ob man etwas darauf isst. Nun bringt sie einen Topf mit Nudeln. Es wären Reisnudeln, ein Reisnudelsalat. Wir probieren und es ist wirklich lecker. Sie bieten uns auch Tee an und wir nehmen dankend an. Ich frage wo es das gibt und sie meint sie kauft es für uns am Markt und wir können es gegen 16 Uhr abholen. Wir überreichen ihr 1.000 Kyats und verabschieden uns auf unseren Fahrrädern. Zwischenzeitlich haben wir auch die Bustickets erhalten. Boottouren verkauft sie leider nicht.

Wir fahren nur wenige Meter weiter und hier gibt es den nächsten Shop mit Touren, Tickets usw. Wir halten an und können für den nächsten Tag eine ca. 6h Bootstour für 15.000 Kyats erwerben. Der Morgenmarkt wäre gegen 7 Uhr, wir möchten nicht so zeitig aufstehen und entscheiden uns für 9 Uhr. Etwas worauf ich mich wirklich freue, wir werden morgen sehen ob es das richtige war.

Wir radeln bis zum Ende der kleinen Stadt, ich würde es fast noch als Dorf bezeichnen. Hier begeben wir uns auf die Suche nach einem Geocache. Dieser führt uns zu einem alten Tempel und zwei Mönchen. Diese leben hier und sind froh über Besucher. Wir ziehen die Schuhe aus und steigen die Treppe empor. Hier werden wir von dem Mönch begrüßt, nachdem wir seine Frage woher wir kommen mit Germany beanworten, sogar in Deutsch. Wir sollen uns setzen und er bietet uns Essen an. Ein anderer Tourist ist bereits da und macht viele Bilder von dem Mönch. Wir unterhalten uns kurz, er kommt aus Frankreich. Wir werden fast alle gleichzeitig von Mücken gestochen, ich biete ihm Mückenspray an, aber er lehnt ab. Nachdem er gegangen ist, erzählt uns der Mönch von den vielen deutschen Besuchern, zeigt stolz Bücher in Deutsch und führt uns herum. Der Tempel soll über 120 Jahre alt sein. Es ist alles aus Holz und manche Ecke hat schon mal bessere Tage erlebt. Ich fühle mich etwas seltsam, dass wir von dem Mönchen Essen bekommen, normal ist es eigentlich anders herum. Das Wort Blessing bzw Segen versteht er nicht, aber mit Händen und Füßen machen wir uns verständlich. Ja, er segnet Leute und ich lasse mich segnen.

Wir fahren weiter mit dem Fahrrad und sehen alte Häuser, neue Häuser, welche aus Bambus oder Holz, sehen die vielen Boote kommen und gehen. Wir finden weitere Tempel und auch ein paar alte Ruinen aus der Angkor Zeit. Die Landschaft ist schön, ringsherum sind Berge, ich muss an die Werbetafeln für die Trekkingausflüge denken. Jetzt da wandern gehen, wäre bestimmt schön. Das Wetter ist angenehm warm, nicht heiß – vielleicht 24 Grad. Auf dem Rückweg stoppen wir um zwei Hütte zu kaufen, für morgen damit wir nicht in der Sonne verbrennen.

Als wir gegen 16:30Uhr mit den Fahrrädern bei der Verleiherin vorfahren, werden wir schon erwartet. Wir geben die Fahrräder ab und dürfen unser bestelltes Essen mitnehmen. So viele von den Reisscheiben und nur so eine kleine Tüte Nudelsalat. Im Hotel esse ich davon und merke das ich nach zwei Scheiben nicht mehr kann. Es ist total lecker und ich werde versuchen die nächsten Tage mehr davon zu essen. Den Namen dafür habe ich leider schon wieder vergessen.

Ein wirklich gelungener Tag, wir haben unsere Bootstickets, die Bustickets und hatten ein tolles Erlebnis mit den Mönchen. Dazu gibt es lecker Essen und die Unterkunft ist liebevoll dekoriert. Es gibt direkt zur Unterkunft gehörend, im Nachbargrundstück ein Restaurant. Dort isst Mirko zu Abend, auch hier sieht man die Liebe fürs Detail. Ich fühle mich das erste mal richtig im Urlaub. Hier ist man auf Touristen eingestellt und trotzdem ist es noch nicht so überlaufen wie an den anderen Orten, an denen wir waren.

Es gibt natürlich jede Menge Touristen im Ort, aber ich merke nichts von lauten Partys bzw Diskos oder anderem Quatsch der hier nicht hingehört. Im Hotel treffe ich den Franzosen wieder. Er wohnt nur zwei Zimmer weiter als wir und wir hatten uns verabredet. Er hat leider für seine Kamera kein Kabel dabei und wir haben nicht das richtige Lesegerät. So können wir ihm nur unsere Email-Adressen geben und er verspricht uns die Bilder später zu senden. Ich unterhalte mich mit ihm noch eine ganze Weile und wir tauschen Reiseerlebnisse aus. Wir sollen unbedingt eine Tour zu einem weiteren See südlich vom Inle machen, nach Saka, da gäbe es noch andere Dinge zu sehen, die es am Inle See nicht gibt.

Er ist besorgt wegen den Mückenstichen und findet nicht das richtige Wort. Ich meine recht früh ob er Malaria meint, aber er verneint. Nachdem er nach einer Weile nicht auf das richtige Wort kommt, sucht er im Internet und meint ich hatte Recht mit Malaria. Er verunsichert mich ein wenig, Mückenstiche sind schon fast normal aber ich weiß das es dazu Malariakranker und der Regenzeit bedarf, ansonsten ist das Risiko releativ gering. Ich recherchiere noch mal, ja Myanmar ist dauerhaft Malariarisikogebiet aber das Risiko ist nur gering bis mittelhoch. Es ist gerade Trockenzeit, welches das Risiko senkt und die höchsten Gefahren für eine Ansteckung liegen in grenznahen Gegenden. In einem Blog finde ich einen Bericht von einem anderen Touristen, der war bei einem einheimischen Arzt in Behandlung und dieser meinte hier gibt es keine aktuellen Malariafälle.

Was hier auffällt sind die vielen Motorräder, also gibt es sie doch und ich mache mich kundig. Auf einer Internetseite werde ich fündig und dort steht das Motorräder in Yangon verboten sind, das erklärt es.

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