Busfahrt nach Bagan 31.12.16

Am Abend treffe ich noch mal kurz Clement, den Franzosen. Ich möchte wissen wie sein Tagesausflug nach Saka gelaufen ist. Um 7 Uhr ging es los und man muss 65km weiter fahren, nachdem man das südliche Ende vom Inle See erreicht hat. Gegen 11 Uhr waren sie dort und er war der einzige Tourist dort. Es soll alles etwas kompakter sein und er verspricht mir die Bilder davon zu senden. Clement wird einen Tag später nach Bagan kommen und wir werden versuchen vielleicht uns noch mal zu treffen.

Gegen 3 Uhr Nachts wache ich mit Bauchgrummeln auf, ich drehe mich um und schlafe fast 1h recht unruhig weiter. Ich drinke viel Wasser, da es einfach nicht besser wird. Mirko ist auch wach, ihm geht es auch im Bauch herum. Um 5 Uhr muss ich mich übergeben und habe dazu Durchfall. Kurz vor 7 Uhr klingelt der Wecker, aber ich habe nicht mehr geschlafen. Ziemlich wacklig dusche ich und fange an den Rucksack zu packen. Dann wird es wieder schlimmer und ich muss mich hinlegen. Ein paar Minuten später muss ich erneut auf die Toilette. Ich gebe mittlerweile Mirko Anweisungen zum Zusammenpacken, ihm geht es nicht so schlecht wie mir.

Pünktlich 7:55 Uhr stehen wir an der Rezeption und möchten auschecken. Wir sollen jetzt 136.000 Kyats zahlen, für die Übernachtungen. Ich hatte es im Internet gebucht und mit Kreditkarte abgesichert, aber es stellt sich heraus, dass sie keine Kreditkarten oder anderen Karten nehmen. Wir müssen unser Geld zusammen kratzen und zahlen in Kyats und Euro. Kurz nach 8 Uhr sind wir schuldenfrei und offiziell aus dem Hotel ausgecheckt. Der Bus sollte jetzt eigentlich kommen, aber wir erhalten den Hinweis das es bestimmt noch 15-20min dauern wird. Wir sitzen in der Sonne und warten, nach 25min laufe ich die Straße entlang, zum Laden der uns das Ticket verkauft hat. Die Lady sagt das wir warten sollen, dass kann immer mal länger dauern. Nachdem ich wieder zurück bin, kommt der Bus tatsächlich kurze Zeit später. Er fährt kreuz und quer durch die Stadt und sammelt die Gäste ein. Dann hält er plötzlich und ist für 20min verschwunden. Als er zurück kommt entschuldigt er sich und wir fahren fast eine Stunde später los, als unser Busticket als Startzeitpunkt angibt.

Mir geht es die erste Stunde recht gut, es wird langsam besser und ich versuche immer wieder aus dem fahrenden Bus Fotos zu machen. Wir sehen endlich all die Dinge die wir im Dunkeln nicht gesehen haben. Dabei fallen viele Dinge auf. Es gibt keine Geisterhäuser wie in Thailand, die Stromleitungen sind eher wie in Malaysia aufgeräumt und wirklich überall werden die Grundstücke mit Stacheldraht abgesichert. Wir sehen viele Ochsenkarren und Pferdegespanne, teilweise auf der Straße oder auf den Feldern. Immer wieder passieren wir Baustellen, hier ist noch alles Handarbeit. Die Frauen tragen große Körbe mit Steinen und verstreuen diese auf der zukünftigen Fahrbahn. Die Männer sind auf der anderen Straßenseite und kochen Teer. Wenn er heiß genug ist laufen sie mit den Behältern über die verstreuten Schotter. In den Blechbüchsen sind Löcher im Boden und so tropft bzw läuft der Teer auf die Straße. Danach wird wieder Schotter aufgetragen und erst jetzt kommt eine normale Straßenmaschine eine Walze zum Einsatz.

Nach der ersten Stunde muss ich obwohl ich nichts gedrunken habe, ziemlich dringend auf Toilette. Ich überlege 15min lang ob ich fragen soll ob er anhält oder wann er anhält oder wie ich ihn am besten überzeugen kann, dass es wirklich dringend ist. Da fährt er plötzlich an eine Tankstelle, meine Rettung. Ich darf kurz aussteigen und flitze fix zur Toilette. Wir fahren kurze Zeit später in die Berge und hier muss der Kleinbus ständig enge Kurven fahren und mir wird schlecht. Eine weitere Mitfahrerin verhandelt bei der nächsten Pause sich vorne hin setzen zu dürfen, weil es ihr ebenfalls sehr schlecht geht. Mir geht es die nächsten Stunden recht schlecht, so eine Busfahrt hatte ich noch nie. Nach einem Schluck Wasser geht alles von vorne los, so dass ich aufs Essen und Trinken verzichte. Ich schaffe es ohne weitere Zwischenfälle bis zur anderen Seite, wo die Straße wieder gerade wird. 30min später geht es mir endlich besser, es ist bereits 14 Uhr.

Unterwegs halten wir bei einem Unfall an, ein Fahrzeug ist den steilen Hang hinunter gestürzt. Unser Busfahrer meint, dass wäre sein Freund und er muss nachschauen. Ich sehe aus meiner liegenden Position nur ein paar Stahlseile, die wohl zur Bergung dienen sollen. Ich könnte zwar helfen, fühle mich aber nicht in der Lage dazu. Kurze Zeit später fährt unser Minibus weiter.

Wir kommen gegen 17 Uhr nach 9 Stunden Fahrt endlich in Bagan an und zuerst hält der Minibus beim Busbahnhof. Wir wundern uns, wurden doch die direkten Adressen unserer Hotesl am Anfang der Fahrt erfragt und notiert. Ach alles klar, er kennt den Weg nicht. Es steigt nach ein paar Minuten jemand dazu und navigiert uns durch die Stadt. Bevor wir Bagan erreichen, fährt unser Bus rechts heran und kollidiert mit einem anderen losfahrenden Bus. Wir halten kurz, den Unfall interessiert schon niemanden mehr, und müssen für Bagan wieder Eintritt bezahlen, dass soll 25.000 Kyats pro Person kosten, aber wir haben kein Bargeld mehr. Ein ATM (Geldautomat) gibt es in der Nähe auch nicht, also muss ich meine Ausweisdaten und Hoteldaten da lassen, sie kämme ins Hotel zum kassieren.

Wir werden direkt zum Hotel gefahren. Ich bin froh endlich etwas trinken und essen zu können. Das Hotel ist recht groß, unsere Unterkunft okay. Wir hatten leider nicht mehr viele Optionen offen, als wir gebucht haben. Als wir auspacken fällt mir auf, dass mein Schirm fehlt. Wo ist das Busticket frage ich Mirko? Im Bus! Was wieso? Brauchen wir doch nicht mehr, ich gerate in Panik. Nach mehreren Minuten Diskussion und Suchen finde ich das Busticket doch noch. Ich laufe zur Rezeption und schildere mein Problem. Kurze Zeit später ruft das Unternehmen zurück, sie haben den Schirm gefunden und bringen ihn ins Hotel.

Mirkos Magen braucht Nahrung und wir müssen unsere Geldmittel auffüllen. So suchen wir zuerst einen Geldautomaten aber erst der zweite funktioniert. Nun kaufen wir gleich ein Busticket nach Mandalay für den dritten Januar und Mieten das Elektrobike für morgen. Nachdem wir auch noch ein Hühnercurry für Mirko gefunden haben, geht es zurück ins Hotel. Da liegt mein Regenschirm! Ich bedanke mich mehrfach und wir gehen auf unser Zimmer. Während Mirko isst, schreibe ich kurz diesen Bericht. Ich werde jetzt noch ein paar Stunden schlafen, bis Jahreswechsel ist. Guten Rutsch an Alle!

Der Inle See – eine Bootstour 30.12.16

Der Wecker klingelt 8:00 Uhr, ich bin aber schon seit 7:36 Uhr wach, irgendwie geht es mir im Bauch herum. Nachdem wir geduscht und angezogen sind, geht es mir ein wenig besser. Wir packen alles für den heutigen Tag zusammen und laufen zur Ticketverkäuferin. Dort sitzt ein Einheimischer auf der Bank und ruft sie aus einem Hinterzimmer heran. Sie stellt ihn uns als unseren Bootsführer für heute vor. Wir sollen ihm folgen, was wir tun. In seinen Sandalen läuft er recht schnell durch die Stadt, vorbei an den vielen Menschen die gerade auf der Straße unterwegs sind. Wir biegen in eine kleine Nebenstraße ein und laufen über eine kleine Brücke. Darunter ist ein kleiner Kanal, welcher voll mit Booten ist. Ich hole die Kamera heraus, aber wir sind für ein Foto schon zu weit gelaufen. Wir laufen entlang des Ufers zur Flußmündung. Hier liegt unser Boot angetäut, wir dürfen Platz nehmen. Zwei große Holzstühle mit dicken Polsterkissen, werden unsere heutigen Begleiter sein.

Unser Steuerman stößt das Boot kurz ab und sobald wir auf dem Fluß sind startet er den Motor. Wir düsen über den Fluß Richtung See und sehen die gleichen Häuser vom Vortrag aus einer anderen Perspektive. Mit uns starten viele andere Boote ihre Reise. Ich filme immer wieder und wir fotografieren was wir sehen. Es ist recht frisch und ich ziehe mir eine Jacke über. Als wir den See erreichen, warten da schon Fischer die für Fotos posieren. Ich hoffe das nicht das ganze Tagesprogramm „gestellt“ ist. Wir fahren nun auf den offenen See und das Wetter ist einfach perfekt. Schönster Sonnenschein, blauer Himmel und kein Wind. Leider hängen über den Bergen ein paar Wolken und es ist diesig, die Fotos gelingen nicht. Wir fahren nun 90min bis zum südlichen Ende des Sees. Hier biegt unser Boot von der Hauptverkehrsader ab und fährt in eine Wohnsiedlung. Überall stehen Häuser als Holz und Bambus auf Pfählen im Wasser. Ich sehe Schweine die auf Bambusstangen liegen und da drüben läuft eine Katze über das Dach. Ansonsten sehen wir die Einheimischen bei ihrer täglichen Arbeit. Das ist authentisch, hier leben die Menschen wirklich so. Den Grund kann man sehen, es ist nicht sehr tief. Beindruckend fand ich zwei vielleicht 3-4 Jahre alte Kinder, die auf einem kleinen Boot alleine auf dem Wasser unterwegs waren.

Wir fahren weiter und halten kurze Zeit später bei Silber und Goldhandwerkern. Uns wird erklärt, wo das Erz gewonnen wird und wie sie das Silber aus dem Erz vom Kupfer und den anderen Bestandteilen lösen. Direkt vor uns schmilzt jemand Silber ein und gießt es in Form. Nach kurzem Abkühlen in Wasser wird der Rohling herum gegeben. Ständig legen neue Boote ab und an und bringen weitere Gäste, wir sind also nicht die Einzigen. Direkt im Anschluß wird der Rohling auf einem Amboss mit dem Hammer bearbeitet. Wir werden zu den nächsten Werkbänken geführt. Hier ist alles schon viel filigraner. Uns werden verschiedene Schmuckstücke gezeigt und wir können dabei zuschauen, wie sie gefertigt werden. Wirklich verblüffend fand ich Fische aus Silber, die aus beweglichen Teilen gefertigt waren, deren Schwänze konnte man wie bei echten Fischen bewegen. Uns wird erklärt das alles hier echtes Silber ist und auf den Märkten meist nur Fälschungen aus anderen Materialen angeboten werden. Als nächstes werden wir zu den Verkaufstresen geführt. Für die gute Vorstellung möchte ich Ihnen auch etwas abkaufen. Die meisten Sachen sind viel zu teuer und ich frage nach Ohrringen. Die gibt es nur in drei Motiven und ich entscheide mich für welches zum Stecken. Sie sollen $22 kosten, nach ein wenig verhandeln bekomme ich sie für 25.000 Kyats. Meine letzten Silberschmuck-Ohringe in Deutschland kosteten mich 20 Euro, von daher wollte ich nicht mehr ausgeben. Ich hoffe das die wirklich echt sind.

Wir fahren weiter zum Markt, dieser ist am Rande auf festem Land. Hier gibt es fast alles zu kaufen. Wir essen zu Mittag und sehen uns danach weiter um. Ich hole mir drei weitere Longyis für je 5.000 Kyats das Stück. Weiter kaufen wir Süßigkeiten (Schokolade, sagten die Verkäufer aber es ist keine) ca. 10 Tafeln für 200 Kyats pro Stück, 5 Becher Sonnenblumenkerne für 300 Kyats pro Becher, 1 Becher Kürbiskerne für 800 Kyats und 2 Becher Erdnüsse für 500 Kyats pro Becher. Es ist nun schon später und auf dem Steg wo wir gelandet sind, packen die Verkäufer schon zusammen. Unser Boot und Steuerman warten einsam am Ende auf uns. Wir fahren weiter.

Unserer nächster Stop ist bei Zigarendreherinnen. Uns werden die Zutaten gezeigt und alle Schritte genau erklärt. Wir bekommen auch alles zum Anfassen und riechen in die Hände. Das Angebot die Zigaretten zu probieren, lehnen wir dankend ab. Mir geht es ziemlich plötzlich böse im Bauch herum und ich muss mich an die Seite setzen. Halb an einen der Stützmasten gelehnt vergehen so vielleicht 10min, bevor es mir langsam wieder besser geht. Ich drinke mehrere Liter Wasser und ich fühle mich wieder fit genug für die Weiterreise. Bevor wir aufbrechen, kauft Mirko noch zwei Packungen Zigaretten für 5.000 Kyats pro Packung (Inhalt 20 Stück).

Wir halten nun bei der Hpaung Daw U Pagode, hier sind sehr viele Boote und Menschen. Nachdem wir die vielen Stände begutachtet haben und 4l Wasser gekauft haben, gehen wir ins Innere. Hier stehen fünf Abbilde von Buddah, die allerdings so dick mit Gold beklebt wurden, dass man von der ursprünglichen Form nichts mehr sehen kann. Die Goldblätter dürfen nur von Männern angebracht werden, Frauen müssen auf Abstand bleiben. Ich schicke Mirko mit der GoPro hin, um die emsigen Pilger beim Anbringen zu filmen. Nachdem wir genügend Fotos und Filme gemacht haben, verlassen wir die Pagode, um eine Toilette zu suchen. Wir finden die Toilette aber ich laufe zurück, um meine Schuhe zu holen. Scheinbar ist der Abfluss verstopft oder niemand spült mit Wasser, der Boden und die Toiletten sind nicht sehr sauber. Mit festen Schuhwerk wage ich mich hinein. Bevor wir unsere Fahrt fortsetzen, kaufe ich für 10.000 Kyats an einem Stand noch ein typisches Oberteil, was die Einheimischen tragen. Wie es heißt weiß ich nicht und ob ich es wirklich anziehe weiß ich noch nicht, in Ermangelung eines Spiegels entschließe ich mich auf Grundlage von Mirkos Aussage es sieht schick aus zum Kauf.

Der nächste Halt bringt uns zu den Webern. Hier sehen wir wie aus Lotuspflanzen, Lotusgarn entsteht. Es wird wieder viel erklärt, ich frage wie lange es gedauert hat die Spulle vor uns zu füllen und bekomme als Antwort 10 Tage. Es stehen hier überall altertümlich anmutende Geräte herum. Wir werden zu den Webstühlen geführt, an der Hälfte arbeiten tatsächlich Frauen und weben wirklich verschiedenste Muster und Stoffe zu Schalen, Longyis und ähnlichen Produkten. Uns wird erklärt das Lotus am teuersten ist, ein mehrfaches von Seide. Sie mischen teilweise Seide, Baumwolle und Lotus miteinander, um die Materialeigenschaften der Produkte zu verändern. Es fühlt sich auch wirklich anders an, ob man Lotus mit Seide oder Baumwolle und Seide verwebt. Anschließend werden die fertig gewebten Sachen gefärbt, heute allerdings nicht, es wird nur an bestimmten Tagen gefärbt. Wir dürfen uns im Laden umschauen. Hier gibt es gefühlt 10 Millionen Muster und Farben. Der seidene Schal soll 20 Dollar kosten, aber dafür habe ich nicht wirklich Verwendung und ich möchte nichts kaufen, was ich nicht brauche. Am Ende kaufe ich mir für 8.000 Kyats einen Haargummi aus Seide, den werde ich ganz bestimmt benutzen.

Wir fahren weiter zum Kloster, aber ich gebe unserem Steuermann zu verstehen, dass wir die schwimmenden Gärten näher betrachten möchten. Er macht einen kurzen Abstecher und fährt uns direkt hinein. Ich kann die Gärten nun aus nächster Nähe betrachten und auch anfassen. Das ist doch normaler Boden hier, ist das nur aufgeschüttet frage ich mich. Ich halte etwas Erde in meiner Hand hoch und er zeigt mir mit einem Stab das darunter wirklich nur Wasser ist. Scheinbar sind die schwimmenden Teile der Konstruktion knapp unter der Wasseroberfläche. Für eine Aufnahme unter Wasser ist es hier zu dreckig. Ich hätte gern das ganze von unten noch gesehen. Nun machen wir noch ein paar Fotos und ich darf mir die Tomaten von der Pflanze pflücken. Wirklich lecker so eine Tomate im Dezember, die auf dem offenen Wasser gewachsen ist.

Beim Kloster kommen wir gar nicht erst zu Buddah und den Mönchen. Die Verkäuferinnen umschwärmen uns und ich bin immer noch auf der Suche nach neuen T-Shirts bzw schönen Tops für mich. Das scheinen sie zu riechen und wir werden sie ewig nicht los. Mirko kauft sich ein weiteres T-Shirt für 6.000 Kyats und ich eine weiße Bluse für 9.000 Kyats. Nun rennen wir fast an den weiteren Verkäufern vorbei, um nicht wieder angehalten zu werden. Hier sind viele Mönche und viele verzierte Schreine mit Buddahfiguren. Wir machen Fotos und gehen nach ein paar Minuten zurück zum Boot.

Unser letzter Stopp ist bei den Longneck-Frauen. Wir halten wieder an einem kurzen kleinen Steg und steigen aus. Wir werden in ein Haus geführt, wo der typische Touristennippes herumliegt. Ich sehe einen Behälter für Reis, der soll 85 Dollar kosten. Ich möchte nicht, aber die Verkäufern gibt nicht auf „Discount“ „Say Price“ … ich sage das ich nicht mehr als 10 oder 20 Dollar ausgeben möchte. Sie meint sie hat keinen Gewinn und das wäre viel zu billig. Ich gebe zu verstehen, dass ich das nachvollziehen kann und das es einfach ein viel zu teuerer Gegenstand ist. Ich sehe etwas und frage was das ist. Sie klappt es auf und erklärt das dies ein Buddahkalender ist. Kostet auch nur 60 Dollar, der winzig kleine soll nur 20 Dollar kosten. Das ist uns alles zu teuer und wir lehnen dankend ab. Sie lässt nicht locker und wir sagen einfach immer nur danke und lächeln dabei. Irgendwann gibt sie auf und wir gehen in die letzte Ecke und da sitzen doch tatsächlich drei Frauen mit den typischen Longneck Ringen um den Hals und weben jeweils an einem Schal. Die Verkäuferin meint wir sollten einen kaufen, ich sage das ich schon einen besitze. Woher wir den haben, ich antworte aus Thailand. Das hier wären andere und … ich höre nicht mehr zu, sondern sehe den Frauen bei der Arbeit zu. Nach ein paar Minuten legen wir ihnen 500 Kyats in den Spendentopf, dass kommt uns sinnvoller vor, als die überteuerten Produkte zu kaufen. Wir dürfen mit ihnen noch Fotos machen, aber mittlerweile sind so viele andere Gäste da, dass wir uns entschließen zu gehen.

Unser nächstes Ziel ist der Ausgangspunkt, allerdings ist unser Steuermann so nett und hält bei den Fischern unterwegs immer an, damit wir Bilder machen können. Mit vielen Bildern, 2h Filmaufnahmen und einem tollen Tag mit vielen Eindrücken kommen wir wieder am Beginn unserer heutigen Reise an. Die Sonne ist gerade am untergehen, wir schlendern zurück in unsere Unterkunft. Ein gelungener Ausflug, wirklich schöner Tag.

 

Am Inle See 29.12.16

Wir schlafen bis 12:30Uhr und fühlen uns nach den 5h trotzdem nicht erholt. Nach den üblichen Hygenieritualen und endlich genügend Wassergenuß machen wir uns auf den Weg. Wir haben nur zwei Ziele auf der Liste, Bootstour für morgen organisieren und Busfahrt nach Bagan während des Tages.

Wir laufen nur wenige Meter und gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite ist der erste Reiseladen. Bustickets haben sie, es dauert allerdings 20min bis wir endlich eines in den Händen halten. Der JJ Express fährt nur Nachts, den wollen wir nicht. Die Alternative fährt nach kurzem Telefonat am 31.12. wohl doch nicht. Es wird also ein Minibus, wie wir sie aus Thailand kennen. Ob das gänge, wir müssen zwei mal bejahen, bevor sie den Kauf für 36.000 Kyats für zwei Personen in die Wege leitet. Dazwischen ruft sie mal mit ihren drei Telefonen Jemanden an oder erhält einen Rückruf. Wir werden immer wieder gebeten, „Please wait“. Keine Sorge wir laufen nicht weg, für eine Tagfahrt nehmen wir alles in Kauf. Bei den engen Bergstraßen ist mir ein kleiner Bus auch lieber, bei dem Großen musste ich mehrfach wegschauen. Während wir warten lese ich ihr Schild und sehe „Bicycle for rent“, aber ich sehe keine Fahrräder. Also frage ich und fünf Minuten später stehen plötzlich drei Fahrräder hinter mir. 1.500 Kyats bezahlen wir pro Fahrrad pro Tag. Die Bustickets sind noch nicht da und ich frage was das für weiße Scheiben auf dem Tisch wären. Sie meint wir könnten mal probieren, das wäre nur Reismehl mit Salz. Kann man essen, aber ich möchte wissen ob man etwas darauf isst. Nun bringt sie einen Topf mit Nudeln. Es wären Reisnudeln, ein Reisnudelsalat. Wir probieren und es ist wirklich lecker. Sie bieten uns auch Tee an und wir nehmen dankend an. Ich frage wo es das gibt und sie meint sie kauft es für uns am Markt und wir können es gegen 16 Uhr abholen. Wir überreichen ihr 1.000 Kyats und verabschieden uns auf unseren Fahrrädern. Zwischenzeitlich haben wir auch die Bustickets erhalten. Boottouren verkauft sie leider nicht.

Wir fahren nur wenige Meter weiter und hier gibt es den nächsten Shop mit Touren, Tickets usw. Wir halten an und können für den nächsten Tag eine ca. 6h Bootstour für 15.000 Kyats erwerben. Der Morgenmarkt wäre gegen 7 Uhr, wir möchten nicht so zeitig aufstehen und entscheiden uns für 9 Uhr. Etwas worauf ich mich wirklich freue, wir werden morgen sehen ob es das richtige war.

Wir radeln bis zum Ende der kleinen Stadt, ich würde es fast noch als Dorf bezeichnen. Hier begeben wir uns auf die Suche nach einem Geocache. Dieser führt uns zu einem alten Tempel und zwei Mönchen. Diese leben hier und sind froh über Besucher. Wir ziehen die Schuhe aus und steigen die Treppe empor. Hier werden wir von dem Mönch begrüßt, nachdem wir seine Frage woher wir kommen mit Germany beanworten, sogar in Deutsch. Wir sollen uns setzen und er bietet uns Essen an. Ein anderer Tourist ist bereits da und macht viele Bilder von dem Mönch. Wir unterhalten uns kurz, er kommt aus Frankreich. Wir werden fast alle gleichzeitig von Mücken gestochen, ich biete ihm Mückenspray an, aber er lehnt ab. Nachdem er gegangen ist, erzählt uns der Mönch von den vielen deutschen Besuchern, zeigt stolz Bücher in Deutsch und führt uns herum. Der Tempel soll über 120 Jahre alt sein. Es ist alles aus Holz und manche Ecke hat schon mal bessere Tage erlebt. Ich fühle mich etwas seltsam, dass wir von dem Mönchen Essen bekommen, normal ist es eigentlich anders herum. Das Wort Blessing bzw Segen versteht er nicht, aber mit Händen und Füßen machen wir uns verständlich. Ja, er segnet Leute und ich lasse mich segnen.

Wir fahren weiter mit dem Fahrrad und sehen alte Häuser, neue Häuser, welche aus Bambus oder Holz, sehen die vielen Boote kommen und gehen. Wir finden weitere Tempel und auch ein paar alte Ruinen aus der Angkor Zeit. Die Landschaft ist schön, ringsherum sind Berge, ich muss an die Werbetafeln für die Trekkingausflüge denken. Jetzt da wandern gehen, wäre bestimmt schön. Das Wetter ist angenehm warm, nicht heiß – vielleicht 24 Grad. Auf dem Rückweg stoppen wir um zwei Hütte zu kaufen, für morgen damit wir nicht in der Sonne verbrennen.

Als wir gegen 16:30Uhr mit den Fahrrädern bei der Verleiherin vorfahren, werden wir schon erwartet. Wir geben die Fahrräder ab und dürfen unser bestelltes Essen mitnehmen. So viele von den Reisscheiben und nur so eine kleine Tüte Nudelsalat. Im Hotel esse ich davon und merke das ich nach zwei Scheiben nicht mehr kann. Es ist total lecker und ich werde versuchen die nächsten Tage mehr davon zu essen. Den Namen dafür habe ich leider schon wieder vergessen.

Ein wirklich gelungener Tag, wir haben unsere Bootstickets, die Bustickets und hatten ein tolles Erlebnis mit den Mönchen. Dazu gibt es lecker Essen und die Unterkunft ist liebevoll dekoriert. Es gibt direkt zur Unterkunft gehörend, im Nachbargrundstück ein Restaurant. Dort isst Mirko zu Abend, auch hier sieht man die Liebe fürs Detail. Ich fühle mich das erste mal richtig im Urlaub. Hier ist man auf Touristen eingestellt und trotzdem ist es noch nicht so überlaufen wie an den anderen Orten, an denen wir waren.

Es gibt natürlich jede Menge Touristen im Ort, aber ich merke nichts von lauten Partys bzw Diskos oder anderem Quatsch der hier nicht hingehört. Im Hotel treffe ich den Franzosen wieder. Er wohnt nur zwei Zimmer weiter als wir und wir hatten uns verabredet. Er hat leider für seine Kamera kein Kabel dabei und wir haben nicht das richtige Lesegerät. So können wir ihm nur unsere Email-Adressen geben und er verspricht uns die Bilder später zu senden. Ich unterhalte mich mit ihm noch eine ganze Weile und wir tauschen Reiseerlebnisse aus. Wir sollen unbedingt eine Tour zu einem weiteren See südlich vom Inle machen, nach Saka, da gäbe es noch andere Dinge zu sehen, die es am Inle See nicht gibt.

Er ist besorgt wegen den Mückenstichen und findet nicht das richtige Wort. Ich meine recht früh ob er Malaria meint, aber er verneint. Nachdem er nach einer Weile nicht auf das richtige Wort kommt, sucht er im Internet und meint ich hatte Recht mit Malaria. Er verunsichert mich ein wenig, Mückenstiche sind schon fast normal aber ich weiß das es dazu Malariakranker und der Regenzeit bedarf, ansonsten ist das Risiko releativ gering. Ich recherchiere noch mal, ja Myanmar ist dauerhaft Malariarisikogebiet aber das Risiko ist nur gering bis mittelhoch. Es ist gerade Trockenzeit, welches das Risiko senkt und die höchsten Gefahren für eine Ansteckung liegen in grenznahen Gegenden. In einem Blog finde ich einen Bericht von einem anderen Touristen, der war bei einem einheimischen Arzt in Behandlung und dieser meinte hier gibt es keine aktuellen Malariafälle.

Was hier auffällt sind die vielen Motorräder, also gibt es sie doch und ich mache mich kundig. Auf einer Internetseite werde ich fündig und dort steht das Motorräder in Yangon verboten sind, das erklärt es.

Die Reise zum Inle See 28.12.16

Wir stehen rechtzeitig auf, duschen uns und packen alles zusammen. Pünktlich gegen 12 Uhr checken wir aus und dürfen unsere Rucksäcke an der Rezeption abgeben. Ich sehe den Manager und bitte ihn in burmesisch den Busbahnhof auf unsere Bustickets zu schreiben, das wird uns später helfen.

Wir entscheiden uns den Bogyoke Markt zu besuchen. Kaum angekommen geht unser Geld schneller weg, als wir es zählen können. Ich kaufe mir einen Longyi, ein paar Hosen und Röcke, die gleichen Modelle wie in Thailand, nur hier sind sie etwas billiger. Wir feilschen nicht sehr viel, ich bekomme 4 Hosen für 18.000 Kyats und zwei Röcke für 15.000 Kyats. Die gleichen Modelle sehe ich später an anderen Ständen für 8.000 Kyats das Stück. Mirko ersteht vier T-Shirts für 20.000 Kyats, die Qualität scheint gut zu sein, aber warten wir das erste Waschen ab. Zum Markt und zurück bezahlen wir jeweils 4.000 Kyats den Taxifahrern und suchen uns gezielt die Taxis mit Klimaanlage aus. 15 Uhr sind wir bereits im Hotel zurück und ich schreibe im Foyer den ersten Teil des Tagesberichts. Wir werden dann gleich zum Busbahnhof losmachen, da wir nicht wissen wo dieser ist und wie lange es dauert dorthin zu gelangen. Wir hoffen heute Nacht beim richtigen Hotel zu landen und ein Bett zum Schlafen zu haben.

Wir kaufen uns jeweils zwei Liter Wasser und verabschieden uns von unserem Hotel. An der Straße halten wir ein Taxi an und zeigen ihm den Namen des Busbahnhofs. Er las nur den burmesischen Teil und konnte mit dem englischen Namen nichts anfangen. Für 7.000 Kyats will er uns hinbringen, wir willigen ein. Da wir nicht wissen wohin es geht, haben wir auch keine andere Wahl. Er biegt in eine Gasse ein und wir fahren durch eine enge Gasse nach der anderen. Ich frage mich ob er uns wirklich zum Busbahnhof bringt oder wieso er so kreuz und quer durch die Stadt fährt. Nach 30min Fahrt sehen wir größere Busse und kurze Zeit später sind wir am Ziel. Einen Busbahnhof stelle ich mir anders vor und den hätten wir nie gefunden. Eine Straße mit Geschäften rechts und links, ist der Bahnhof. Auf dem Werbeschild steht JJ Express, ach ja das ist hier also ein Gate. Wir gehen in die Garage ähm das Busterminal von JJ Express. Auf 5×5 Metern warten auf Plastikstühlen die Fahrgäste, steht ein Tresen mit den Mitarbeiten und hinten geht es zu den Toiletten. Wir zeigen unser ausgedruckten Fahrschein und nun fangen die drei Mitarbeiter des Busunternehmens emsig an sich zu unterhalten. Eine verschwindet mit dem Telefon um die Ecke, ich vermute schon schlimmes. Nach 15min warten und gegenseitigen anstarren, dürfen wir unsere Reisepässe vorlegen und erhalten die Bestätigung das alles in Ordnung ist. Die anderen Fahrgäste werden schneller bearbeitet, sie zeigen andere Zettel und kommen sofort dran. Wir haben noch 45min bis unser Bus einfahren soll. Ich frage nach der Ankunftszeit und erhalte die Aussage das wir 5:30 Uhr am morgen erst ankommen sollen. Das passt uns überhaupt nicht, aber wir haben keine andere Wahl.

Ich laufe ein mal um das Gelände und suche Bananen, aber ich finde keine. Es gibt überall Mandarinen und Äpfel. Nachdem Bus 17 einfährt und die meisten Plätze wieder frei werden, setzen wir uns und warten auf unsere Busnummer 10. Beim Einparken vor dem Haus, rammen die Busse fast die Hauswand. Als unser Bus vorm Eingang parkt, besuche ich die Toilette. Auf dem Boden stehen 5cm Wasser ein Toilettenbecken gibt es nicht…

Der Bus ist neu, maximal ein Jahr alt. Ein großer moderner Reisebus, typisch asiatisch, große Sitze mit Bildschirmen wie im Flugzeug, Gardinen an den Fenstern, Klimaanlage, viel Platz zum Transport von Koffern und Paketen und natürlich keine Toilette. Der Busfahrer und die zwei Busbegleiter stellen sich vor. Es wird alles genaustens kontrolliert, auch unser Gepäck bekommt Anhänger und wir dazu Metallschilder. Wir müssen uns anschnallen. Ein Gast fragt wieso, der Busfahrer antwortet „If you don’t want to use the belt, in case of an accident you die.“ Für asiatische Verhältnisse alles sehr vorbildlich, gefällt mir. Die Aufkleber an den Scheiben, man solle immer drei achsische Busse wählen, die wären sicherer, verstehe ich erst später auf der Reise. Es soll um 21 Uhr eine Essenpause und um 2 Uhr eine Pinkelpause stattfinden, weitere Stopps wird es nicht geben.

Pünktlich um 18 Uhr fährt der Bus los. Nach 5km Busfahrt ist allerdings schon wieder Pause, nach mehreren Minuten ohne ersichtlichen Grund geht es weiter. Weitere 5km später stehen wir erneut. Nun schieben die Busbegleiter nach mehreren Minuten einen Metallwagen durch den Bus und verteilen Essenspakete. Ich sage noch das ist doch wie im Flugzeug und so steht es auch auf den Verpackungen. Als das Essen verteilt ist, schieben sie den Wagen mit einer Flasche Cola, Fanta und Sprite erneut durch den Bus und bieten die Getränke an. Wasser, Saft, Tee oder Kaffee wie im Flieger gibt es nicht. Merkwürdige Aktion, dafür steht der Bus die ganze Zeit an der Stelle und verlängert unsere Reisezeit bestimmt um 30min. Die Klimaanlage läuft die ganze Zeit auf Hochtouren, aber das ist im Moment noch angenehm.

Beim ersten Stopp, bei dem wir den Bus verlassen dürfen, besorgen wir uns Essen. Frische und getrocknete Bananen, getrockneten Reise und weiteres. Die Sonne ist schon ein paar Stunden weg und es wird langsam frisch. Trotzdem läuft die Klimaanlage und ich fange nachdem es weiter geht mit frieren an. Das scheint den anderen Fahrgästen ebenso zu gehen, wer hat zieht Pullover, Jacken und ähnliches über. Ich komme gerade so mit meinem Longyi und der ausgeteilten Decke zurecht, nachdem ich mich richtig darin eingepackt habe.

Beim zweiten Stopp gegen zwei Uhr, bitte ich einen der Busbegleiter den Gepäckraum zu öffnen, damit ich meine Jacke holen kann. Es ist mittlerweile eisig im Bus und überall kondensiert das Wasser im ganzen Bus. Ich überlege ob ich fragen soll ob sie Hypothermie bei den Fahrgästen erzeugen wollen oder ob sie versuchen Eiswürfel zu machen, aber ich lasse es.

Der erste Teil der Strecke geht auf einer vierspurigen Autobahn recht flott und nach der ersten Pause fragen wir uns wieso wir für 150km noch weitere 8h benötigen sollen. Leider ändert sich kurze Zeit später der Weg, es gibt zwar Straßenbelag aber der ist wirklich schlecht. Wer die sächsische Schweiz kennt und den Abschnitt Richtung Bielathal vorm Labyrinth, der weiß ungefähr wovon ich spreche. Die Straße schlängelt sich in engsten Kurven durch die Berge, ist aber niemals wirklich steil. Entlang der ganzen Strecke sieht man überall Bauarbeiten, wahrscheinlich verläuft hier bald auch eine Autobahn. Der Busfahrer bremst wirklich selten und fährt hier trotzdem sehr flott. Man darf in engen Kurven wirklich nicht hinschauen, wie knapp es manchmal ist. Es hängen öfters mal die Räder nicht mehr auf der Straße, aber solange noch eines Kontakt hat, kann wohl nichts schief gehen. 😉

Um 5:30 Uhr machen wir 5km vorm Ziel einen Stopp und wir müssen alle $10 oder 13.000 Kyats Eintritt bezahlen. Im Halbschlaf suchen wir die benötigen Scheine heraus und bekommen zwei Tickets. Kurze Zeit später ist der Bus am Ziel und wir dürfen aussteigen. Ich bin überrascht wie kalt es ist und hier stehen auch schon, in Decken eingepackt, die Einheimischen Tuk-Tuk Fahrer und wollen alle Aussteigenden zum Hotel fahren. Unser Hotel ist 900m entfernt. Irgendwann spricht mich einer an und meint 3.000 Kyats für die Fahrt dahin. Ich willige ein und wir steigen in das Tuk Tuk. Nun möchte er plötzlich 3.000 Kyats pro Person haben und wir lehnen dankend ab. Manch einer der Mitreisenden hat keine Unterkunft und so werden wir gefragt ob wir in der Stadt übernachten. Ja machen wir und hier gibt es viele, aber ob man so früh am Morgen etwas findet wissen wir nicht.

Nach kurzem Fußmarsch stehen wir vor unserem Hotel. Auf dem Weg begegnet uns eine weitere Bekannte aus dem Bus und sie scheint mir ihrer Unterkunft kein Glück zu haben. Wir klingeln und kurze Zeit später wird uns geöffnet. Alles passt und wir dürfen unser Zimmer beziehen. Es soll kostenloses Frühstück geben, nein Danke wir schlafen jetzt erst mal.

Die Shewadagon Pagode Nachtrag 28.12.16

Die Dinge die ich nun noch ergänze, lassen sich bestimmt im Internet nachlesen, aber der Blog ist unser Tagebuch und wir möchten einige Details nicht vergessen. Die Pagode war ursprünglich nur an der Spitze vergoldet und ist mittlerweile komplett aus Gold. Die Pagode enthält im Inneren eine Kammer, in der eine Locke von Buddah aufbewahrt wird, einen Zugang gibt es nicht, es ist alles massiv. Einer der Aufgänge (N,S,W,O) ist ebenfalls vergoldet. Die ganzen kleine Stupas, Tempel und Gebäude ringsherum wurden alle von verschiedenen Gruppen gespendet, eines davon von einer chinesischen Gruppe. Im Grunde ist das ganze Gelände von Buddah-Anhängern durch Spenden aller Art aufgebaut wurden und wird ständig erweitert. Aller 5 Jahre wird die Pagode komplett mit Bambus eingerüstet und alles ausgebessert. Man sieht, dass es Stellen gibt, an denen das Gold abgeplatz ist. Es fallen auch ständig Diamanten, Edelsteine und die Schmuckstück aus dem Schirm herunter. Diese werden von den Mönchen eingesammelt und bei der Wartung wieder angebracht. Dabei können die Spender ihre Goldplatten, mit ihren eingravierten Namen, selber an die Pagode schrauben. Der Schirm enthält zehntausende von Ketten, Ohrringen, Glöckchen und ähnlichem Schmuck, der natürlich auch gespendet wurde. Die Marmorfliesen ringsherum gab es anfangs nicht, bis jemand diese gespendet hat. Vor ein paar Jahren hat jemand für alle Besucher riesige Wassertanks gespendet, damit alle ständig Trinkwasser haben. Solche Taten wären gut für das Kharma. Dabei erfahren wir auch das es am besten ist, wenn man seine Kinder zum Kloster schickt. Das gibt das beste Kharma und sollte man keine Kinder haben, kann man diese ausleihen.

Unser Guide erklärt das jemand der 100% seines Lebens den Buddah Lehren widment nur maximal 10% davon verstehen kann.

Als wir im Dunkeln die Pagode das zweite Mal besuchen, spricht uns jemand auf Deutsch an, ob wir etwas suchen würden. Wir kommen nicht ins Gespräch, da wir verneinen. Etwas verblüfft war ich trotzdem, da er einheimisch und nicht wie ein Tourist aussieht.

Da die Pagode auf einem Hügel steht und sehr hoch ist, sehen wir sie von jedem Ort aus, den wir besuchen. Es gibt eine Ausstellung mit historischen Fotos des Geländes, die gefallen uns und wir sind ein mal mehr beeindruckt. Wir hätten gern ein Buch mit den Bildern gekauft, können vor Ort und in verschiedenen Buchläden in der Stadt keines finden.

Buddhas Haar 27.12.16

Den zweiten Tag in Yangon beginnen wir im National Kantawgyi Garden. Das Taxi bringt uns für 4.000 Kyats hin, allerdings muss der Taxifahrer Passanten nach dem Weg fragen und das obwohl wir ihm eine Karte zeigen. Wir haben eine gedruckte Karte dabei, aber Kartenlesen scheint keiner zu können. Jedes mal unterhalten sich die Taxifahrer untereinander bis klar ist wo es ist oder es wird jemand angerufen.

Wir laufen gemütlich durch den Park und fotografieren die Tiere. Es ist ziemlich ruhig hier und etwas grüner als die driste Stadt herum. Der Park in Bangkok war dagegen schöner. Wir bleiben trotzdem irgendwann auf einer Bank sitzen und genießen die Mittagszeit am See. Am Ende laufen wir zum Art Summit Tower, fahren in den fünften Stock und müssen 200 Kyat pro Person bezahlen, damit wir die Aussichtsplatform betreten dürfen. Es hat alles schon mal bessere Zeiten gesehen. Oben haben wir eine tolle Aussicht auf die Stadt, wir sehen, dass überall gebaut wird. Von hier sieht man wie von fast überall die Shwedagon Pagode.

Wir fahren mit dem Taxi weiter zur Botahtaung Pagode, für 3.000 Kyat. Nun müssen wir 6.000 Kyats pro Person Eintritt bezahlen, bevor wir die Tempelanlage betreten dürfen. Wir machen ein paar Fotos, aber außer Gold und viel Licht kann ich nicht wirklich das Haar, das Buddha gehörte, erkennen. Die restlichen Gebäude erkunden wir danach und finden unter anderem einen Buddah der 66 Jahre lang in London ausgestellt war. Dieser wurde als Burma annektiert wurde, von den Britten gestohlen und kam später nach der Unabhängigkeit von Burma wieder hierher zurück. Ansonsten gibt es hier nicht viel zu bestaunen und wir entscheiden uns für einen Fußmarsch zu den World Hertiage Gebäuden in der Nähe. Teilweise sind die Gebäude in guten und teilweise in ruinenartigen Zuständen. Einige Gebäude sind wirklich schön, wenn man sie sich in ihrer ursprünglichen Form vorstellt. Auffallend ist beispielsweise das hohe Gericht „High Court“ im britischen Stil, die Steine sind in einem interessanten rot Ton. Wir beenden unserer Erkundungstour in dem Park direkt davor. Hier gibt es gerade einen Markt, überall sind Stände die ihre Waren anpreisen. Eine Einheimische versucht uns mehrfach Postkarten zu verkaufen, es wird jedes mal billiger, aber wir lehnen ab. Wir schreiben keine, nutzen Email und die Fotos haben wir auch. Wir schauen zu, wie sie bei jedem Touristen der vorbei kommt ihr Glück versucht.

Wir laufen nach kurzer Stärkung weiter zur Straßenküche von gestern. Immer die Straße entlang, nehme ich nach kurzer Zeit die Gopro aus dem Rucksack und filme. Ziemlich verrückt hier alles. Ein Geschäft am anderen, das ist noch normal, davor jeweils noch mal kleine Stände, hier verkaufen sie alles von Sekundenkleber bis gebrauchte Autoschlüssel. Jede Querstraße ist voll mit Ständen und die Häuser zieren Satellitenschüsseln und weitere Elemente. Die Straße ist voll mit Autos und Bussen. Ein Bus hinter dem anderen und alle sind überfüllt. Dazu hupen die Busse und auch die Autos fast ununterbrochen. Bei unseren Taxifahrten ist uns das schon aufgefallen, bei jeder Kurve, Kreuzung oder bei anderen Verkehrsteilnehmern wird grundsätzlich gehupt.

Nach 30min erreichen wir unser Ziel. Die Straßenküche gehört direkt zum Nachtmarkt an der Straße bzw Straßen. Davor verläuft eine vierspurige Straße und dahinter eine noch mehr spurige Straße die allerdings Maut kostet. Somit sitzen wir inmitten vom Verkehr, als wir unsere Mahlzeit einnehmen. Es gibt wieder Chicken-Rice und Som Dam. Dieses mal probiert Mirko auch das Schweinefleisch. Es war ganz sehr lecker sagt er. Wir verabschieden uns von unserer Köchin, morgen geht es bereits weiter. Jede Mahlzeit kostet 1.500 Kyats. Wer ebenfalls dort speisen möchte, die GPS Koordinaten dazu lauten N 16° 46.488 E 96° 08.458, zu erkennen an der 7×7 (steht im Plakat) und an den Edelstahl Tischen + Stühlen.

Wir laufen ein Stück die Straße zurück, bis zur ersten Durian Verkäuferin und kaufen eine Durian für 25.000 Kyats. Die Verhandlungen waren etwas schwierig. Das eine 25.000 Kyats kosten soll verstehen wir sofort, aber das wir das verstanden haben, verstehen sie wieder nicht. Ich möchte wissen wie viel Kilo die Durian hat, aber das verstehen sie auch nicht. Also nehme ich die Durian, die ich mir ausgesucht habe und lege sie einfach auf die Waage. 6kg für umgerechnet 17 Euro ist 50% billiger als in Thailand und deutlich billiger als in Deutschland. Wir nehmen uns wieder ein Taxi zurück zum Hotel. Wie immer vereinbaren wir vor Fahrtantritt einen Preis von dieses mal 4.000 Kyats, Taxometer sehe ich nirgends laufen. Obwohl wir die Visitenkarte vom Hotel zeigen und auf der Karte genau erklären wo sich das Hotel befindet, muss unserer Fahrer das Hotel anrufen und sich den Weg erklären lassen.

Im Hotel genießen wir die erfrischende Dusche und essen erst ein mal, bevor wir uns um die Weiterreise für morgen kümmern. Unser Hotel hat sich um das Busticket gekümmert und uns per Email zugeschickt. Dafür haben wir am morgen $28 pro Person bezahlt. Uns war natürlich klar, dass das teuerer ist, als wenn wir das selber buchen würden. Leider gibt es hier keine Reisebüros, wo wir das selber hätten organisieren können. Zumindest sehen wir in unseren zwei Tagen, in denen wir 60 km durch die Stadt gelaufen und gefahren sind, nichts dergleichen.

Auf dem Ticket steht auch eine Internetadresse http://starticket.com.mm/. Wir versuchen heraus zu finden, ob das Ticket uns an den richtigen Ort bringt. Das Internet ist so langsam, dass wir nach 2h nicht viel weiter sind. Das Busticket geht bis „Inle“, ob damit der See gemeint ist und ob wir bis Nyaung Shwe kommen, ist unklar. Ich kann nicht auf die Email antworten und verzweifel langsam. Ich sehe uns schon irgendwo im Dunkeln Nachts an der Straße stehen… An der Rezeption kann mir die nette Frau auch nicht wirklich helfen, sie versteht mein Problem nicht wirklich. Ich schreibe über Airbnb unserem Gastgeber, er gibt Entwarnung und meint das könnten wir dem Busfahrer sagen, der lässt uns dann dort raus.

Nun noch ein paar Worte zur Bekleidung. Hier tragen Männer wie Frauen fast ausschließlich Longyis (Sieht aus wie ein Sarong), das sind Wickelröcke. Die Frauen sehe ich zum großen Teil immer mit Regenschirmen, die als Sonnenschirme dienen, herumlaufen. Bei Baustellen fällt auf das wirklich alle Arbeiter Helme tragen und überall große Safety First Plakate hängen. Selber weiter oben sehe ich Arbeiter, die mit Gurten richtig gesichert sind.

Der erste Tag und Eindruck 26.12.16

Wir stürzen uns zwei Stunden vor Mittag in den Häuserdschungel. Vorher haben wir uns im Hotel noch eine Karte geben lassen und darauf unsere Wunschziele markiert. Es geht zuerst über eine Brücke zum nahegelegenen See. Auf dem Weg dahin fühle ich mich an Malaysia erinnert. Es gibt jede Menge Autos, aber kaum Motorräder oder Fahrräder. Scheinbar sind 80% nur Taxen und der Rest ein paar alte überfühlte Busse und private Autos. In Vietnam, Kambodscha und Thailand sieht man deutlich mehr Motorräder und Menschen auf den Straßen. Wir befinden uns in einer Stadt, aber wir sehen dafür zu wenige Menschen. Am See sehen wir Plastikstühle und kleine Stände, typisch Südostasien. Mirko kauft sich etwas zum Essen und wir holen uns ein paar Liter Wasser. Die Sonne brennt ganz schon von oben. Nach dem See laufen wir Richtung Innenstadt, hinein ins Botschaftsviertel, wie wir feststellen. Hier stehen riesige Villen und alles ist abgesichert mit Stacheldraht. Wir laufen ein paar mal in Sackgassen und müssen wieder zurück. Am Ende erreichen wir unser Ziel und versuchen aus dem Gassendickicht wieder auf eine größere Straße zu kommen. Laut Karte geht es weiter, aber wir müssen durch ein Tor steigen. Wir stehen plötzlich mitten in einem Slum. Hier stillen Frauen auf der Straße sitzend ihre Kinder, die älteren toben umher und werden recht schnell auf uns Aufmerksam. Wir machen viele Fotos, worüber sie sich riesig freuen und müssen jedes mal abklatschen. Ich finde es lustig und wir bleiben ein paar Minuten.

Ein wenig später finden wir einen kleinen Laden, der Schirme und Holzwaren verkauft. Für 12.000 Kyats kaufe ich mir einen großen (7.000 Kyats) und kleinen Schirm (5.000 Kyats) gegen die Sonne. Handgefertigt aus Stoff, bemalt und aus Bambus in vielen Farben erhältlich. Wir erhalten noch zwei Armreife, aus ich schätze mal schwarzen Plastikperlen, geschenkt, die stellt ihre Verwandtschaft her meint sie. Die Ladenbesitzerin zeigt mir stolz ihre Werkstatt, ich erkläre ihr das wir als Touristen schlecht die vielen schweren Holzarbeiten mitnehmen können.

Jetzt halten wir ein Taxi an und lassen uns zum liegenden Buddha für 3.000 Kyats fahren. Das Taxi hat Klimaanlage und endlich können wir ein wenig abkühlen. Angekommen müssen wir Schuhe und Socken ausziehen und laufen die Treppen zum Buddha hoch. 66m ist der Buddha und einer der längsten in Burma. Es laufen viele Mönche umher und ihr Gesang ist von jeder Seite aus den Lautsprechern zu hören. Nachdem wir alles ausgiebig erkundet und fotografiert haben, fahren wir für 2.000 Kyats zur Shwedagon Pagoda. Das Taxi fährt uns bis vor die Tür, allerdings gab es einen 10min Stau, direkt vor der Auffahrt. Hätten wir gewusst, dass er nach 5m abbiegt und der Eingang nur 50m entfernt ist, wären wir ausgestiegen und gelaufen.

Drinnen heißt es erst mal Schuhe ausziehen und durch die Sicherheitsschleuse kommen. Wohin es weiter geht, war allerdings nicht gleich klar. Wir werden an die Tresen gerufen und dürfen unsere Tickets kaufen. 8.000 Kyats kostet ein Ticket pro Person. Ich darf bzw muss mich in ein Gästebuch eintragen. Wohin jetzt? Ach per Fahrstuhl! Direkt davor nehmen wir die Dienste von einem Guide an, für weitere 13.000 Kyats. Die Führung soll eine Stunde dauern, aber ich glaube wir haben ihn für zwei Stunden beansprucht. Wir geben ihm am Ende mehr als vereinbart. Die Informationen lassen uns einfach nur noch mehr staunen.

Die Pagode ist 100m hoch und komplett vergoldet. Das ganze Arenal umfasst ein Gebiet von 46 Hektar. Dazu gibt es vier prunkvolle Aufgänge je Himmelsrichtung. Vor der Pagode stehen viele weitere kleinere. Es sprengt alles was wir bisher gesehen haben. Wir haben schon in der größten Pagode in Südostasien in Bái Đính gestanden, aber die hat nur durch ihre größe und vielen Statuen geglänzt. Dort war nicht alles aus Gold, es ist einfach nicht vergleichbar. Die Bauwerke einzeln haben wir schon öfters gesehen, aber so viele konzentriert an einem Platz bisher nicht. Unfassbar das alles von den Leuten gespendet wurde und es tausende von Schmuckstücken aus Gold mit Edelsteinen und Diamten gibt, die den Schirm der Pagode schmücken. Überall putzen Freiwillige die Buddhastatuen und die Anlage. Es gibt die Montag Abend Gemeinschaft, die ist heute dran. Für jeden Tag und Tageszeit gibt es eine Gemeinschaft der man beitreten kann. Das ist gut für das Kharma erfahren wir. Wir kommen später im Dunkeln wieder, um es angeleuchtet und die tausenden von brennenden Ölschalen zu sehen.

Die nächste Taxifahrt kostet uns 4.000 Kyats und wir halten beim Nachtmarkt. Hier steht entlang einer Straße ein Stand neben dem anderen. Nach zwei Minuten bleiben wir bei den Durian stehen, aber die sollen 25.000 Kyats kosten. Zu teuer, also gehen wir weiter. Nach weiteren 5min kommen wir bei gedünsteten Maiskolben vorbei. Die nehmen wir! Der Verkäufer versucht mich von seiner Ware zu überzeugen, obwohl ich schon meinte zwei Stück bitte. Er fasst die Maiskolben von allen Seiten an und pult mir ein paar Körner raus. Danke, lecker aber wäre nicht nötig gewesen. Das sage ich natürlich nicht. Wir laufen bestimmt weitere 10min in eine Richtung, bevor wir von einem „Klog“ (thailandischer Name für großen Mörser, in dem gewöhnlich Papaya Salat gemacht wird) stehen bleiben und kurz sinieren ob sie hier Som Dam haben. Das verstehen sie und meinen ja sie haben Papaya Salat und kennen auch das Thai Wort Som Dam dafür. Es gibt außerdem Chicken-Rice, das hatte ich das letzte mal in Malaysia. Sie bringt ihn mir, obwohl ich schon meinte ich weiß was das ist. Mirkos verwunderte Mine wird sie wohl dazu bewogen haben. Sie hält mir den Reis hin, ich probiere mit meinen Fingern. Lecker! Wir setzen uns an Edelstahl Tische + Stühle und verzehren jeweils zwei Portionen von beidem. Sie packt uns noch zwei weitere Portionen ein und es kostet uns gerade mal 7.000 Kyats. Ob wir morgen wieder kommen? Ja werden wir, geben wir ihr zu verstehen.

Die Rückfahrt zur Pagode kostet nur 3.000 Kyats und die Heimreise zum Hotel dafür 5.000, obwohl er erst 6.000 wollte. Insgesamt ein schöner Tag!

Noch ein paar Preise für das Wasser, am See kostet uns 1l 400 Kyats, im Slum 1l 300 Kyats, an der Pagode kostet 1l 500 Kyats und im Hotel wollen sie für zwei 550 ml Flaschen 500 Kyats.